Casola Valsenio - Partnerschaftsverein "Amici di Casola"
Monte Battaglia
Gruppe
Auf dem Monte Battaglia
Während der Fahrt zum Sommeranfangsfest nach Casola Valsenio besuchte eine Gruppe Bartholomäer den "Monte Battaglia", zu Deutsch Schlachtberg, einem im 2. Weltkrieg hart umkämpften Bergrücken.
Mit einer Höhe von 715 Meter über dem Meer erstreckt er sich auf dem Gebiet von Casola Valsenio entlang der Trennungslinie zwischen den Tälern des Senio und des Santerno und bewahrt die Reste einer mittelalterlichen Burg. Die exponierte Erhebung ist ein lohnender Aussichtspunkt in die eigenartige und abwechslungsreiche Landschaft der unmittelbar angrenzenden Toskana und die sanften Höhen des Apennins.
Begleitet vom Bürgermeister von Casola Valsenio, Giorgio Sagrini, und Herrn Aurelio Ricciardelli, einem 83jährigen in Casola lebenden Kriegsveteran, wurden den deutschen Gästen die Hintergründe um die Geschichte des Berges und vor allem um die auf dem Berg ausgetragene Schlacht Ende des zweiten Weltkrieges erläutert.
Das ganze Mittelalter über war der Monte Battaglia Schauplatz von Kämpfen und Gefechten und diente der Kontrolle des Gebiets zwischen Imola, Faenza und dem toskanisch-romagnolischen Gebirgskamm. Im Verlauf des zweiten Weltkrieges bekam die Anhöhe ihre Rolle als militärischer Brückenkopf und wurde von den militärischen Strategen als "Zutritts-Tür" in die Poebene betrachtet.
Deshalb wurde auf dem Berg vom 26.September bis 11.Oktober 1944 eine der blutigsten Schlachten des Italienfeldzugs zwischen Deutschen, Italienern, Engländern und Amerikanern ausgetragen. Inmitten von Nebel und Schlamm und unter unaufhörlichem Granatenhagel entfachten sich wütende Nahkämpfe bei denen mehr als 2.300 Soldaten ihr Leben lassen mussten.
Es ist ergreifendes Gefühl, wenn heute, 60 Jahre nach dem 2. Weltkrieg, ein Zeitzeuge ohne Gram und Vorurteile den Kindern seiner ehemaligen Feinde, von der Sinnlosigkeit und Unbegreiflichkeit dieser verheerenden Schlacht berichtet, bei der auch der Zivilbevölkerung großes Leid und Unrecht zugefügt wurde. Aurelio Ricciardelli berichtete hier nicht, um nochmals Recht mit Unrecht aufzuwiegen, sondern um den jungen Europäern an diesem dramatischen Beispiel die Vorteile von Freundschaft und Partnerschaft zwischen den Völkern aufzuzeigen.
Seit Kriegsende ist der Monte Battaglia für die romagnolische Bevölkerung ein Ort der Erinnerung und des Gedenkens an die gefallenen Widerstandskämpfer und Alliierten geworden. Zwischenzeitlich treffen sich die ehemaligen Feinde, darunter auch Deutsche, jährlich zu einer Gedenkfeier.
Zu Füßen des Turms ist zur Erinnerung an die Schlacht des Herbstes 1944 ein Mahnmal, der Befreiung und dem Frieden gewidmet, aufgebaut worden. Es ist eine Bronzearbeit des Künstlers Aldo Rontini, die den siegreichen David auf dem Riesen Goliat darstellt, ein symbolisches Bild für den Sieg der Freiheitsideale über die rohe Gewalt. Die beiden Rivalen sind Repräsentanten für nunmehr abgeschlossene Kämpfe, so dass das Monument einen lauten Ruf an den Frieden richtet.
Es war sicherlich nicht einfach, betonte Aurelio Ricciardelli, nach den Ereignissen im Herbst 1944 wieder mit Deutschen in Kontakt zu treten. Umso schöner ist es, dass Menschen nun wieder in Frieden miteinander leben können und sogar eine deutsch-italienische Partnerschaft zwischen Casola und Bartholomä besteht, an der auch er rege Anteil nimmt.
Ausblick
Ausblick vom Monte Battaglia
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