Casola Valsenio – Partnerschaftsverein "Amici di Casola"
Kultur- und Wanderwoche in Casola Valsenio 08.07.2009
Um die Schönheiten der Landschaft rund um unsere italienische Partnergemeinde näher kennen zu lernen, veranstaltete der Schwäbische Albverein in Zusammenarbeit mit dem Partnerschaftsverein eine einwöchige Kultur-und Wanderwoche nach Casola Valsenio, dem Dorf der Kräuter und der vergessenen Früchte. Bei den Wanderungen durchstreiften die 20 Teilnehmer der Reise sanfte Hügelketten des „Regionalparks della Vena del Gesso Romagnola“. Die Einzigartigkeit der Landschaft rund um Casola Valsenio, die durch Obst- und Weinplantagen geprägt ist, erstrahlte im Juni durch die Ginster- und Lavendelblüte in voller Pracht.

Gleich am ersten Wandertag zeigte sich die Vielfalt des Bundeslandes Emilia-Romagna auf dem Rundwanderweg „Anello del Rio Mescola“ in Geologie und Flora. Bei heißen italienischen Temperaturen führte die Tour auf schmalen Pfaden zum Monte Penzola entlang eines Talkessels mit Sicht in die Toskana.
Monte Penzola
Auf schmalen Pfaden zum Monte Penzola
Am zweiten Tag führte eine 8-Std.-Wanderung über den Felsrücken Sasso Letroso zum Monte Battagliola und weiter zum Wahrzeichen der Region, dem legendären Monte Battaglia. Die steilen Anstiege der schweißtreibenden Tour und das Auf und Ab auf den sanften Hügeln wurden durch grandiose Ausblicke in die Hügellandschaft des Appenin entlohnt. Soweit das Auge reichte, erstrahlte der blühende Ginster im Sonnenlicht und der Duft des blühenden Lavendels vermittelte das Gefühl in einem Kräutergarten zu wandeln.
Ausgangspunkt Wanderweg
Ausgangspunkt für den Wanderweg „La corolla delle ginestre“ über den Monte Battaglia
Nach einer ausgiebigen Rast beim Monte Battaglia ging es weiter über verschiedene Bergrücken vorbei am Monte Carnevale bergab ins Tal Rio Cestina nach Baffadi.
Wohlverdiente Pause
Wohlverdiente Pause
Mittwochs führte eine Halbtagestour zum Monte Rontana mit herrlichen Ausblicken auf die Berge rund um Brisighella. Ein anschließender Bummel durch die Altstadt lud zum dortigen Verweilen, Bummeln und Eis essen ein.
Monte Rontana
Gruppenbild Monte Rontana
Den Abend ließ die Gruppe auf Einladung der italienischen Freunde aus Casola hin in einer nahe liegenden Weinkellerei in Riolo Terme ausklingen. Bei einer kurzweiligen Führung durch die Kellerei durften im Anschluss die typisch romagnolischen Weine verkostet und genossen werden.
Weinprobe
Weinprobe
Der ehemalige Bürgermeister Giorgio Sagrini ließ es sich tags darauf nicht nehmen, den Besuchern aus Bartholomä bei einer Sightseeing-Tour durch Casola die Entstehung des Ortes zu erläutern und die historischen Plätze zu zeigen. Bei einer anschließenden Wanderung rund um Casola zeigte er stolz die Schönheiten der Partnergemeinde. Hier wurde deutlich, dass Casola die Kräuterhauptstadt Italiens ist.
Wanderung mit Giorgio Sagrini
Wanderung mit dem ehemaligen „Sindaco“ Giorgio Sagrini
Begrüßung des neuen Bürgermeisters durch die deutschen Gäste
Es war ein glücklicher Zufall, dass die Wandergruppe des Schwäbischen Albvereins zusammen mit einigen Ausschussmitgliedern des Partnerschaftsvereins bereits am Wahltag in Casola Valsenio verweilten und so bei der spontan initiierten Wahlfeier für den neuen Bürgermeister Nicola Iseppi abends auf dem Marktplatz mit dabei waren. Die bisherigen freundschaftlichen Beziehungen zu dem neuen Bürgermeister bekundeten die Bartholomäer mit einer Spende von zwei Fässern Wahlfreibier, das den Casolaner Bürgern sehr mundete. Nicola Iseppi bedankte sich aufs Herzlichste für diese spontane Geste und stellte sich persönlich mit Handschlag bei allen anwesenden Personen seiner deutschen Partnergemeinde vor.
Amtsübergabe
Amtsübergabe mit Freibier
Bürgermeister Thomas Kuhn überbrachte zu einem späteren Zeitpunkt während des Sommeranfangsfestes die Glückwünsche der Gemeinde Bartholomä und überreichte Nicola Iseppi symbolisch einen Schirm. Dies sei ein Zeichen, dass die Bartholomäer den neuen Schultes nicht im Regen stehen lassen.
Gut beschirmt
Bartholomäer lassen Nicola Iseppi nicht im Regen stehen
Dem bisherigen Bürgermeister Giorgio Sagrini überreichte er einen von Lothar Wolf zusammengestellten Bildband mit Fotographien von allen bisherigen Begegnungen. Tief ergriffen von dieser überraschenden Geste versprach er, auch weiterhin ein Freund Bartholomäs und ein großer Anhänger der Partnerschaft zu bleiben.
Bildband für Giorgio Sagrini
Übergabe Bildband an Giorgio Sagrini
Viele Bartholomäer beim Sommeranfangsfest in Casola Valsenio
Das 3. Sommeranfangsfest in unserer Partnergemeinde Casola Valsenio war ein Fest vielfältiger Begegnungen. Zu der 20-köpfigen Wandergruppe des Schwäbischen Albvereins stießen an Fronleichnam die Delegation unseres Partnerschaftsvereins und der Gemeinde sowie die erste Fußballmannschaft des TSV hinzu. Auch eine Gruppe des Motorradclubs kam zu einem Gegenbesuch zu den italienischen Motorradfreunden, mit denen sie zusammen herrlich kurvenreiche Bike-Touren, unter anderem in die Toskana nach Florenz, unternahmen.

Die Gastgeber aus Casola empfingen uns Bartholomäer in der gewohnt herzlichen und freundschaftlichen Atmosphäre. Bei der Begrüßung im Sitzungssaal des Rathauses hießen der Vorsitzende des italienischen Partnerschaftsvereins Paolo Visani und der neu gewählte Bürgermeister Nicola Iseppi die Teilnehmer herzlich willkommen. Sie waren beeindruckt von der stattlichen Anzahl von insgesamt fast 90 Personen, die in diesem Jahr den Weg nach Italien gefunden hatten. Der Vorsitzende unseres Vereins Karl Busch hob hervor, dass die Vielzahl der verschiedenen Gruppen ein Zeichen dafür sei, dass die vor 7 Jahren begonnen partnerschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Partnergemeinden reife Früchte tragen.

Neben dem Besuch des zweitätigen Sommeranfangsfestes „festa di inizio estate“ am Freitag- und Samstagabend wurde den Besuchern ein ausgewogenes Kultur- und Besuchsprogramm geboten. Eine eintägige Fahrt zum Meer und nach Ravenna war einer der Höhepunkte der 4-tägigen Reise. So nutzten die Badehungrigen die Gelegenheit, den Tag am Strand von Marina di Ravenna zu verbringen, während die restliche Gruppe die ca. 2,3 km lange Mole entlang des Yachthafens flanierte.
Marina di Ravenna
Auf der Mole im Yachthafen von Marina di Ravenna
Unter fachkundiger Führung von Hans Langer wurde den kulturbeflissenen Bartholomäern die über 2000-jährige Geschichte der Provinzhauptstadt Ravenna näher gebracht. Das Grabmal Theoderichs, die Mosaiken der Kirche San Vitale und Dantes Grab waren einige der bewunderten Denkmäler der einstmaligen Lagunenstadt.
Ravenna
Gruppenbild in Ravenna
Am Samstagnachmittag fand zwischen der Mannschaft aus Casola Valsenio und der ersten Mannschaft des TSV Bartholomä ein freundschaftliches Kräftemessen statt. Dabei ging es nicht um das Gewinnen, sondern um die bereits geknüpften Kontakte zu festigen. Daher ist das Endergebnis des Spiels, welches die italienischen Freunde 3 zu 1 gewannen, auch nur für statistische Zwecke. Auch wenn die Bartholomäer das Spiel verloren haben, so haben sie doch die Sympathien der Italiener gewonnen, und dies zählt mehr als bei den Treffern zu punkten.
Fußballspiel
Fußballspiel
Direkt nach der Partie überreichten die beiden Vorstände der Partnerschaftsvereine die eigens von den italienischen Freunden angefertigten Medaillen als Erinnerung an dieses Freundschaftsspiel.
Medaillenüberreichung
Medaillenüberreichung
Die Bartholomäer Helfer hatten während Festes alle Hände voll zu tun, denn die eigens mit einem LKW nach Italien transportierten fast 1000 Liter „Birra“ fanden bei dem zweitägigen abendlichen Fest reichlichen Absatz. Nicht minder gefragt waren die schwäbischen "Krautschupfnudeln" und die mitgebrachten „Würstel“, wie die Italiener unsere „Roten“ nennen.

Beim Abschied am Sonntagmorgen war man sich einig, dass es wieder ein unvergesslicher Aufenthalt war. Beeindruckt von der Landschaft, den Begegnungen mit den italienischen Freunden und der sprichwörtlich typisch italienischen Gastfreundschaft traten die verschiedenen Gruppen die Heimreise auf ein "arrivederci" im August beim Rosstag in Bartholomä an.
Gute Laune
Gute Laune beim Sommeranfangsfest

Motorradfreunde
Motorradfreunde beim Feiern
Friedensweg – ein Meilenstein in der Partnerschaft
Dem Partnerschaftsverein „ Amici di Casola“ war es ein Herzens-Anliegen, dass mit der Stiftung des Friedenswegs ein Stück dunkler deutscher Geschichte nicht in Vergessenheit gerät. Der Vorsitzende des Vereins Karl Busch hob bei der Eröffnung des 14 km langen Friedensweges auf den im zweiten Weltkrieg zwischen den Alliierten und Deutschen hart umkämpften Brückenkopf hervor, dass die Bartholomäer siebzig Jahre nach dem Beginn des Zweiten Weltkrieges ein Zeichen für Erinnerung, Verantwortung und Zukunft setzen.

Er stellte fest, dass angesichts der vielen Menschenleben, die für eine Ideologie geopfert wurden, der Monte Battaglia für viele ein Symbol der Sinnlosigkeit des Krieges, ein Mahnmal für eine schreckliche Unmenschlichkeit sowie für das Zerstörerische und Entzweiende des Krieges geworden ist. Das seien die Beweggründe, warum der Partnerschaftsverein „Amici di Casola“ die Initiative ergriffen hat und mit dem Friedensweg ein Zeichen für das Miteinander, für Friede und Freiheit, gegenseitiges Verständnis und Toleranz in Europa schaffen wollte.

Eine stattliche Anzahl von ca. 65 Personen ließ es sich nicht nehmen, den auf ehemaligen Kriegspfaden geführten Wanderweg durch eine herrliche Fauna und Flora von Casola aus hinauf zu dem ehemaligen Schlachtfeld zu folgen. Bei der wunderschönen Pracht der Ginster- und Lavendelblüte konnten sich die Besucher kaum vorstellen, dass einst auf diesen Wegen erbitterte Kämpfe zwischen den ehemaligen Kriegsgegnern stattgefunden hatten.
Friedensweg
Bartholomäer auf dem Friedensweg
Die Besucher aus Bartholomä wurden durch die Gastgeber direkt auf dem Gipfel, am Fuße des Denkmals, mit italienischer Pasta und Vino für die Mühen des schweißtreibenden Aufstieges belohnt.
Verköstigung
Verköstigung am Monte Battaglia
Bei seiner Ansprache vor dem Monument, bedankte sich Karl Busch bei den italienischen Freunden, die bei der Umsetzung des Vorhabens geholfen hatten. Insbesondere bei dem ehemaligen Bürgermeister Gorigo Sagrini, der mit großem persönlichen Einsatz die Idee und die Realisierung unterstützte. Ebenso bei dem Vorsitzenden der „Gruppo Alpini“ aus Casola Valsenio, der die Streckenführung mit auswählte. Er bedankte sich auch bei Bürgermeister Thomas Kuhn für die ideelle und finanzielle Unterstützung von seitens der Gemeinde Bartholomä und bei den Vertretern des Schwäbischen Albvereins Helmut Baur und Hermann Krauss für die Ausgestaltung der Wandertafeln und den finanziellen Beitrag zur Durchführung.

Nie wieder sollen Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Krieg, hier in Europa und zwischen unseren Volkern möglich sein, betonte Bürgermeister Kuhn bei seiner Ansprache. Er freute sich, dass die beiden Partnerschaftsvereine diesen wichtigen Beitrag geleistet haben, damit die unheilvollen Schrecken des Krieges nicht in Vergessenheit geraten. Sowohl Bürgermeister Nicola Iseppi aus Casola Valsenio und auch der Vorsitzende des Partnerschaftsvereins Paolo Visani unterstrichen nochmals, dass der Friedensweg einen Meilenstein in der Partnerschaft der beiden Gemeinden darstellt und es erfreulich ist, dass man heute vorurteilslos aufeinander zugehen kann. Mit Fug und Recht kann man unterstreichen, dass durch die Partnerschaft aus ehemaligen Feinden Freunde geworden sind.

Als symbolisches Zeichen für Friede und Freundschaft und für die Verbundenheit reichten sich die Teilnehmer der Wanderung, jung und alt, aus Bartholomä und Casola, an der Gedenkstätte einander die Hände. Damit sollte zum Ausdruck gebracht werden, dass gegenseitige Begegnung und Partnerschaft für Friede und Freundschaft in Europa stehen.
Gemeinsamer Marsch
Gemeinsamer Marsch auf den Monte Battaglia

Wandertafel
Gruppenbild an einer der in Bartholomä gefertigten Wandertafeln
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