Aus dem Gemeinderat
Sitzungsbericht über die öffentliche Sitzung des Gemeinderates am 20. April 2009
Anwesend: Bürgermeister Kuhn sowie 7 Gemeinderäte
Beginn der Sitzung um 20.00 Uhr
Ende der Sitzung um 22.00 Uhr
Zuhörer: 30
 
  1. Dorfentwicklungsplanung „Bewegtes Dorf – Mobilität für Jung und Alt“
A. Sachverhalt
Die Gemeinde hat für die Erarbeitung einer Sportentwicklungsplanung den württembergischen Landessportbund (WLSB), Stuttgart beauftragt. Im Rahmen einer öffentlichen Gemeinderatssitzung wurden die durch eine lokale Planungsgruppe im Zuge des Entwicklungsprozesses erarbeiteten Handlungsempfehlungen am vergangenen Montagabend dem Gemeinderat und damit der Öffentlichkeit erstmals vorgestellt.

B. Beratung und Beschlussfassung
Der Vorsitzende erinnerte in seiner Begrüßung daran, dass die Gemeinde Bartholomä hohe Kompetenzen in Sachen Sport und Bewegung habe: Die herrliche Landschaft und Natur stellten in Bartholomä ganzjährig hervorragende Möglichkeiten zur sportlichen Betätigung im Freien dar. Auch die vorhandene Infrastruktur in den Bereichen Sport und Bewegung sei hochwertig und vielfältig. Daneben engagierten sich viele Vereine und Organisationen in der Gemeinde rund um das Thema Sport und Bewegung. Bemerkenswert sei auch das kulturelle Leben in der Gemeinde. In dieser Situation bildete die Frage nach der Zukunft der TSV-Halle, für die ein Sanierungsbedarf gegeben sei, konkret Anlass für diese kommunale Sportentwicklungsplanung. Daher habe der Gemeinderat einstimmig beschlossen, eine Sportentwicklungsplanung über den Württembergischen Landessportbund (WLSB) in Auftrag zu geben. In diesem Zusammenhang begrüßte Bürgermeister Kuhn den Geschäftsbereichsleiter beim Württembergischen Landessportbund, Herrn Jürgen Hanke und Herrn Manfred Pawlita, der den zurückliegenden Sportentwicklungsprozess in der Gemeinde moderiert hat. Jürgen Hanke beglückwünschte die Gemeinde dazu, sich dieser Entwicklung und dem Prozess gestellt zu haben. Manfred Pawlita ging sodann nochmals inhaltlich auf das Konzept ein, und legte dar, dass die Entwicklungskonzeption nicht nur die Infrastruktur, sondern vielmehr auch die bestehende Angebotsformen und die Organisationsstrukturen betrachte. Im Rahmen der zurückliegenden Beratungen in der lokalen Expertenrunde sei der Bestand und der Bedarf abgeglichen worden. Er erinnerte zudem daran, dass die Planungsgruppe nach einer allgemeinen Informationsveranstaltung Ende November letzten Jahres, Mitte Februar eine erste ganztägige Klausur durchgeführt habe. Hierbei sei vor allen Dingen eine Priorisierung und Hierarchisierung des ermittelnden Bedarfs erfolgt. In zwei weiteren Sitzungsterminen, 10. März und 31. März habe die lokale Planungsgruppe die Handlungsempfehlungen weiter beraten und schließlich nach ausführlicher Diskussion und Beratung jeweils einstimmig beschlossen.

Sodann stellte Manfred Pawlita zu den Bereichen Organisationsstruktur, Angebots- und Infrastruktur die einzelnen Handlungsempfehlungen vor:

Bei der Angebotsstruktur empfehle die Planungsgruppe eine Erhöhung der Anzahl von Schwimmkursen; ebenso ergehe die Empfehlung, Schwimmangebote für Erwachsene verstärkt anzubieten. Ebenso werde eine Stärkung des Angebotes im Bereich Kinderturnen dringend empfohlen. Bartholomä habe auf der Ebene dieser Dorfentwicklungsplanung die Möglichkeit ein Netzwerk „Kinder und Mobilität – Sport und Bewegung“ aufzubauen. Angebote im Bereich des Waldspielplatzes am Wirtsberg oder einen Trimm-Dich-Pfad werden weiterhin empfohlen. Die Planungsgruppe empfehle darüber hinaus dringend die Einführung weiterer Gesundheitssportangebote. Und schließlich sei sich die Planungsgruppe einig, dass die kulturellen Angebote zum Thema der Dorfentwicklung einer Überprüfung bedurften.

Auf der Ebene der Organisationsstruktur sei nach Meinung der lokalen Expertenrunde eine Intensivierung von Kooperationen notwendig. Ausdrücklich gewünscht wird eine Kooperation im Bereich der Kinder und Jugendlichen in der Zusammenarbeit (Schule-Kindergarten-Sportvereine und weitere z. B. Arzt). Die Jugendarbeit sei in Bartholomä ein weit über das übliche Maß hinaus gewachsenes, durchaus eigenständiges Gebilde mit weiteren Anbietern und Organisationen. Die Planungsgruppe empfehle hierzu eine Einrichtung einer Kommission Jugend, also eine Zusammenfassung aller im Bereich der Jugendarbeit und freien Jugendarbeit tätigen Organisationen und Gruppierungen in der Gemeinde. Schließlich empfehle auch die Planungsgruppe eine Darstellung aller Angebote in der Gemeinde. Ein Ortsplan zum Thema Sport, Spiel und Bewegung in der Gemeinde sei erforderlich. Ebenso werte die lokale Planungsgruppe die Ausschilderung von Rad- und Wanderwegen als dringlich und wichtig.

Auf der Ebene der (Sportstätten-)Infrastruktur rücke bei der Planungsgruppe vorrangig die Versorgung einer Mehrzweckhalle für 300 – 400 Personen als zweiteilige Halle in den Fokus der Betrachtung. Als Mehrzweckhalle für die bisherige Bedarfe (Veranstaltungen und Sport) wurde die vereinseigene Halle des TSV Bartholomä genutzt. Diese Turnhalle hat einen sehr großen Sanierungsbedarf. Dort findet auch der Sportbetrieb noch zu einem kleinen Teil statt. Zu prüfen bleibe allerdings, ob der Sportbetrieb in den anderen genutzten Räumlichkeiten wie und in welchem Umfang auf eine neue, kommunale Mehrzweckhalle übertragen werden kann. Hierzu wurde in der Planungsgruppe besprochen, dass bilaterale Gespräche zwischen STB und Gemeinde Bartholomä, wie auch zwischen dem TSV und der Gemeinde und dem TSV und dem STB noch zwingend erforderlich und notwendig sind. Bis zur Klärung aller Fragestellungen zur Halle des TSV Bartholomä solle die Gemeinde ein erstes grobes Raumprogramm/Raumkonzept entwickeln, so die Empfehlung. Dieses diene sowohl der Gemeinde für die weiteren Überlegungen wie auch dem TSV Bartholomä.

Bürgermeister Kuhn verwies abschließend darauf, dass die Planungsgruppe sehr gut gearbeitet habe und eine wertvolle Fülle an Handlungsempfehlungen dem Gemeinderat gebe. Er sei überzeugt, dass der Gemeinderat sehr sorgsam und ernsthaft mit den Handlungsempfehlungen umgehe und die Gemeinde von den Ergebnissen des Prozesses noch lange profitiere. Sodann dankte er allen Teilnehmern der Planungsgruppe: Herrn Karl-Heinz Hägele, Frau Gertrude Seebach, Herrn Thorsten Sperrle, Herrn Jürgen Pfau, Frau Elke Burr, Herrn Uli Zieger, Herrn Klaus Weigert, Herrn Eugen Niederberger, Herrn Hans-Werner Wild, Herrn Dr. Stefan Vogt, Frau Anita Thönnissen, Herrn Bruno Bieser, Frau Christine Thierer, Herrn Hans-Jürgen Künneth, Herrn Bruno Staib, Herrn Reinhard Kreisel, Herrn Michael Schang, Herrn Adolf Ritz, Herrn Uwe Müller und Herrn Heiner Frölich.

In der sich anschließenden kurzen Beratung wurde seitens des Gemeinderates einzelne Verständnisfragen zu dem vorgestellten Konzept gestellt. Insbesondere die schwierige Frage nach der Finanzierung einer Halle und den möglichen Fördertöpfen nahm breiten Raum ein. Während ein Gemeinderat anregte sehr schnell, auch im Hinblick auf die zur Verfügung stehenden Fördertöpfe die weiteren Schritte zu ergreifen und schnellstmöglich einen Zeitplan für die Hallenfrage zu entwickeln, verwies ein weiterer Gemeinderat darauf, neben der zentralen Frage der Mehrzweckhalle alle weiteren wichtigen Handlungsempfehlungen nicht außer Acht zu lassen. Bürgermeister Kuhn bedankte sich abschließend beim Gemeinderat und beim Württembergischen Landessportbund, Herrn Hanke und Herrn Pawlita für die Prozessbegleitung in der Dorfentwicklungsplanung und stellte fest, dass alsbald die weiteren Schritte in der Umsetzung angegangen werden.
Ende der Sitzung um 22.00 Uhr.
 
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