| Schäden im Zierrasen |
23.09.2009 |
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In letzter Zeit häufigen sich Meldungen im Ostalbkreis über Probleme im Zierrasen. Teilflächen sterben ab und lassen sich
vom Unterboden abziehen. Neben Pflegefehlern, wie zu tiefes Mähen oder Verbrennung mit Düngersalzen, könnte die Ursache
auch die Larven des Gartenlaubkäfers sein. Der Käfer konnte sich aufgrund der Witterungsbedingungen der letzten Jahre sehr
gut vermehren und hat sich stark ausgebreitet. Durch die anhaltende Trockenheit seit Anfang August und das dadurch
bedingte geringere Wachstum, sind die durch die Käferlarven verursachten Schäden jetzt verstärkt sichtbar.
Der Gartenlaubkäfer (Phyllopertha horticola), auch Kleiner Rosenkäfer genannt, gehört wie der Maikäfer und Junikäfer zur
Familie der Blatthornkäfer (Scarabaeide) und ist in weiten Teilen Europas verbreitet. Der Kopf und das Halsschild des
erwachsenen Käfers sind grün bis schwarz glänzend und die Flügeldecken gelbbraun bis rotbraun gefärbt. Die Larven sind
relativ klein (ausgewachsen 15mm lang) und besitzen zwei parallele Borstenreihen über der Analspalte. In Ruhelage sind
sie stark gekrümmt. Die Käfer fliegen Ende Mai bis Anfang Juli (zweite Eiablage). Bei sonnigem Wetter kann der Schwärmflug
vor allem während des Vormittags beobachtet werden.
Nach erfolgter Paarung graben sich die Weibchen zur Eiablage in den Rasen ein und legen in einer Tiefe von 5-15 cm ca.
30-40 Eier in Erdhöhlen ab. Ab Juli bis Oktober fressen die Larven an den Wurzeln der Gräser. Für die Überwinterung suchen
sie tiefere Bodenschichten (ca. 20 cm) auf. Nach 2 Wochen Puppenstadium im April/Mai erfolgt der Ausflug der nächsten
Käfergeneration. Obwohl die Käfer an Blättern, Blüten und Früchten vieler Gartenpflanzen fressen, ist diese Art kein
bedeutender Schädling an Zierpflanzen. Die Larven verursachen jedoch oft erheblichen Schaden an Rasen und anderen
Grasflächen (Sportplätze). Da die Larven auch begehrte Beute verschiedener Vögel und anderer Tiere sind, kommt es oft zu
Sekundärschäden. Die Grasnarbe wird von den Tieren regelrecht umgegraben um an die begehrten Larven zu gelangen.
Eine chemische Bekämpfung ist im Hausgarten nicht möglich. Aber durch Vertikutieren und anschließende Nachsaat im Frühjahr
kann die Population schon etwas eingedämmt werden. Eine weitere Möglichkeit für eine schnelle Bekämpfung stellt das
PhylloTrap Fallensystem dar. Es basiert auf Trichterfallen mit einem Gemisch aus natürlich vorkommenden
Pflanzenduftstoffen, die sowohl Männchen als auch Weibchen anlocken. Das Fallensystem ermöglicht eine einfache
Befallskontrolle (Monitoring) des Gartenlaubkäfers und damit ein frühzeitiges Erkennen einer drohenden Massenvermehrung
auf größeren Rasenflächen. Eine direkte Bekämpfung der Larven kann dann mit Nematoden der Arten Heterorhabditis megidis
oder Heterorhabditis bacteriophora Nematoden erfolgen. Diese Nematoden können auch im Gießverfahren ausgebracht werden
und bieten zum richtigen Zeitpunkt eingesetzt eine gute Alternative zu chemischen Verfahren. Die beste Bekämpfung der
Larven mit Nematoden erzielt man bei einem Einsatz im Juli/August, da dort die Larven noch jung sind. Desto älter sie
werden, umso schwieriger ist die Bekämpfung.
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Obst und Gartenbauberatung, Landespflege Fachberater Hr. Klement
Tel: 0717132-350 Fax: 0717132-111
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