Casola Valsenio – Partnerschaftsverein "Amici di Casola"
Biagio Frisa – ein Bartholomäer Künstler mit italienischen Wurzeln 26.01.2010
Der Partnerschaftsverein Bartholomä spendet den Erlös des Kulturabends für Haiti
Veranstaltung
Gut besuchte Veranstaltung im Dorfhaussaal
Mit größter Freude begrüßten ehemalige Weggefährden des heute Neunzigjährigen den Künstler Biagio Frisa im Dorfhaus von Bartholomä. Der Partnerschaftsverein Bartholomä Amici di Casola organisierte diesen Kulturabend, zu dem die Bartholomäer Bevölkerung, aber auch auswärtige Freunde des sizilianischen Künstlers und der Partnergemeinde Casola zahlreich erschienen.

Geboren in Sizilien, ließ sich Biagio Frisa zunächst als Kunstprofessor in Venedig nieder, nach Aufenthalten in Paris und Westafrika führte ihn sein Weg zunächst nach Gussenstadt und dann durch die Initiative des damaligen Bürgermeisters Hailer nach Bartholomä. Hier schuf er in den kommenden Jahren Tonreliefs für die Kirchen beider Konfessionen und für die Aussegnungshalle.

Herr Fleischmann und Herr Bosch, ehemals evangelischer Pfarrer und Lehrer in Bartholomä und häufige Besucher in Frisas Atelier, führten durch den Kulturabend. Herr Bosch erklärte die unverkennbare handwerkliche Art und Weise, mit der die großen Reliefs aufgebaut wurden, der Theologe seinerseits öffnete den Zuschauern die Augen für die theologischen Aussagen Frisas Werke, die für die damalige Zeit ungewöhnlich waren. Da taten Menschen still und in sich gekehrt, das was Angesicht des Todes nötig ist, einen letzten Dienst am toten Jesus. Dort war Maria als schmerzhafte Mutter Gottes mit afrikanischen Gesichtszügen dargestellt. Hier wurde vierzig Jahre nach der Reichsprogromnacht zum Gespräch zwischen den Religionen aufgefordert ohne juristische Gewalt und ohne Waffen. Der ehemalige Pfarrer Fleischmann wusste es, seine Zuschauer und Zuhörer in den Bann dieser Kulturschätze zu ziehen.

Karl Busch, der erste Vorsitzende des Vereins Amici di Casola, dankte Herrn Fleischmann und Herrn Bosch, dass sie der Zuschauerschaft auf so lehrreiche und doch nicht belehrende Weise mit Anekdoten und kleinen Geschichten die Werke Frisas nahe gebracht haben. Man sieht nur, was man sehen kann, die Moderatoren haben dem Publikum die Augen geöffnet. Mit größter Freude dankte er Herrn Frisa für sein Kommen, es sei ein Glücksfall, dass die Reliefs unter seinem Beisein erläutert werden konnten. Auch Herr Bürgermeister Kuhn würdigte Herrn Frisa als großartigen Bürger von Bartholomä und ließ ihn sich in das goldene Buch von Bartholomä eintragen.

Nach Biagio Frisas Motto „ Menschen können nur in Frieden miteinander leben, wenn sie sich verständigen“ war dieser Kulturabend ein Beitrag zum deutsch-italienischen Kulturaustausch. Der Partnerschaftsverein sieht sich aber auch in Verantwortung zu anderen Ländern, und so entschied er sich kurzerhand den Erlös dieses Abends für die Erdbebenopfer von Haiti zu spenden.

Nachdem zur Kultur auch Gaumenfreuden gehören, lud der Partnerschaftsverein anschließend die Gäste zu feinen Kostproben aus der italienischen Küche ein. Bei angeregten Gesprächen und leckeren antipasti ging ein kurzweiliger Abend zu Ende.
Biagio Frisa
Biagio Frisa beim Eintrag ins goldene Buch der Gemeinde
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