Aus Bartholomä
Feierstunde zu Franz Theodor Wolf 15.02.2011

Ursula Range und Maria Brunn enthüllen die Gedenktafel
Anlässlich des 170. Geburtstags von Franz-Theodor-Wolf fand am vergangenen Sonntag im Dorfhaus eine Feierstunde statt. Gleichzeitig wurde dort eine Gedenktafel des Theologen und Naturforschers Wolf feierlich enthüllt.

Bürgermeister Thomas Kuhn konnte zu der Feierstunde zahlreiche Gäste, darunter neben Staatssekretär Dr. Stefan Scheffold auch die Urenkelinnen von Wolf, Ursula Range und Maria Brunn herzlich begrüßen. Die Bürgerschaft Bartholomäs könne stolz darauf sein, dass eine solche Persönlichkeit wie Wolf in Bartholomä aufgewachsen und gelebt habe. Der Ehrenbürger des Staates Ecuador verdiene, dass sich seine Heimatgemeinde Bartholomä an ihn erinnert und ihm zu Ehren diese Gedenktafel enthülle, so der Bürgermeister.

Nach einem Grußwort von Staatssekretär Dr. Stefan Scheffold ging sodann der Autor des Buches „Franz-Theodor-Wolf – Jesuit und Naturforscher” auf das Leben und Wirken Wolfs näher ein. In Ecuador trage eine der Galapagos-Inseln den Namen „Theodoro Wolf“, auch ein Vulkan und ein Gletscher seien nach Wolf benannt. Wolf gelte nach Alexander von Humboldt als der bahnbrechende Forscher Ecuadors. Als Staatsgeologe des Landes genieße Wolf ein landesweites Ansehen in dem südamerikanischen Staat.

Sehr eindrucksvoll waren die Fotos der Urenkelinnen Ursula Range und Maria Brunn aus dem Familienalbum des berühmten Forschers. In der Familie werde heute noch mit Respekt und Anerkennung über den Geburts- und Heimatortes des Urgroßvaters, Bartholomä, gesprochen. Als Zeichen dieser Verbundenheit sei auch in der Familie ein „Regenbogenschüsselchen“ (ein kleines goldenes Schälchen der Kelten) vorhanden, welches einst die Großmutter in den 80iger Jahren des 18. Jahrhunderts als Mädchen im Bereich der Dorfhülbe gefunden habe.

Sodann enthüllten die Urenkelinnen die Bronzetafel zu Franz-Theodor-Wolf, die von dem bekannten Künstler Karl-Ulrich Nuss aus Weinstadt-Strümpfelbach stammt. Karl-Ulrich Nuss hat dieses Kunstwerk der Gemeinde gestiftet. Die Herstellung der Tafel durch die Firma Strassacker, Süßen wurde über die Spendengelder der historischen Ausstellung des Arbeitskreises zur Ortsgeschichte finanziert.

Mit seinem Dank dafür und an den früheren Rektor der Laubenhartschule, Herrn Reiner Wieland aus Heubach-Lautern für die Initiative der Gedenktafel und an alle Mitwirkenden dieser Feierstunde, nicht zuletzt der musikalischen Umrahmung durch Marianne Bucher und Carsten Weber beschloss sodann Bürgermeister Kuhn diese feierliche Stunde im Dorfhaussaal.

Zahlreiche Gäste nahmen an der Feier teil
 
Aus dem Buch "Franz Theodor Wolf 1841 - 1924, Jesuit und Naturforscher" von Werner Mayer:
Der in Bartholomä auf dem Albuch 1841 geborene Franz Theodor Wolf ist sowohl in seiner Heimatgemeinde als auch im schwäbischen Raum nahezu unbekannt.
Dabei verbirgt sich hinter seinem Namen eine große Persönlichkeit als Naturwissenschaftler. Nicht umsonst steht er in Ecuador, wo er lange Jahre tätig war, noch heute in großem Ansehen. Eine Galápagos-Insel trägt ebenso seinen Namen wie die höchste vulkanische Erhebung der größten Insel des Galápagos-Archipels.
Zu seinen Ehren ist ein Gletscher am höchsten ecuadorianischen Anden-Berg, dem Chimborazo, benannt. Wolf gilt nach Alexander von Humboldt als der bahnbrechendste Erforscher Ecuadors. Zunächst als Professor der Naturwissenschaften in Quito, später als Staatsgeologe des Landes, begründete er sein landesweites Ansehen. Sein Hauptwerk über die Geologoe und Geographie Ecuadors war über Jahrzehnte unübertroffen. Zurück in Deutschland arbeitete er für den Vulkanologen Alphons Stübel zwölf Jahre lang dessen umfangreiche Südamerika-Sammlung auf. Sie fand ihren Platz in der Abteilung für vergleichende Länderkunde im Museum für Völkerkunde in Lepzig. Daneben widmete er sich der Pflanzengattung der Fingerkräuter. In seiner umfangreichen Monographie der Gattung Potentilla untersuchte und beschrieb er alle damals bekannten Arten. Sie gilt noch heute als ein Beispiel ungemein exakter Arbeit und deutschen Forscherfleißes.
Die Republik Ecuador ernannte Theodor Wolf 1921 zu ihrem Ehrenbürger. Er starb 1924 in Dresden-Plauen.
Theodor Wolfs bewegte Lebensgeschichte in einer spannungsgeladenen Zeit ist es in jeder Hinsicht wert, nachvollzogen zu werden.
 
Mitglieder der SAV Ortsgruppe Bartholomä sichern Grabplatte von Franz Theodor Wolf 13.07.2010
Nach der feierlichen Vorstellung des Buches "Franz Theodor Wolf 1841 - 1924, Jesuit und Naturforscher" von Werner Mayer im Dorfhaus in Bartholomä ist es Reiner Wieland gelungen Verwandte und Nachkommen des berühmten Sohnes von Bartholomä in Dresden ausfindig zu machen.
zurück © 2011 Gemeinde Bartholomä - Alle Rechte vorbehalten zum Seitenanfang