Aus dem Gemeinderat
Sitzungsbericht über die öffentliche Sitzung des Gemeinderates am 23. März 2011
Anwesend: Bürgermeister Kuhn sowie 7 Gemeinderäte
Beginn der Sitzung um 18.30 Uhr
Ende der Sitzung um 20.30 Uhr
Zuhörer: 1
 
  1. Konzeption „Flächen gewinnen durch Innenentwicklung“
    - Vorstellung des Zwischenberichtes
    - Festlegung des weiteren Vorgehens
A. Sachverhalt
Das Wohnen in der Ortsmitte, das Leben im Ortskern, die private, wie auch die öffentliche Infrastruktur aufrecht und attraktiv zu halten, sind maßgebliche und wichtige Ziele, an denen Gemeinderat und –verwaltung arbeiten. Rückläufige Einwohnerzahlen – wie in ländlich strukturierten Städten und Gemeinden derzeit gegeben – und die Verschiebung im demografischen Altersaufbau der Bevölkerung – erschweren dabei die Realisierung dieser Ziele. Eine nachhaltige Innenentwicklung ist dabei ein geeignetes Instrument.
Die Gemeinde hat daher konsequenterweise bereits mit Unterstützung aus dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum eine Konzeption zur Aktivierung innerörtlicher Potenziale zur Eindämmung des Landschaftsverbrauchs (MELAP) im Jahr 2006/2007 auf den Weg gebracht.
In der öffentlichen Sitzung des Gemeinderates im Oktober 2010 hat das Gremium weiterhin von dem Programm des Umweltministeriums „Flächen gewinnen durch Innenentwicklung“ Kenntnis genommen und nach intensiver Beratung und Diskussion mehrheitlich beschlossen, an dem Programm des Umweltministeriums teilzunehmen.
Ein entsprechender Antrag der Gemeinde Bartholomä in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Durlangen wurde mit Zuwendungsbescheid des Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr im November bewilligt (Co-Finanzierungsbetrag für die Gemeinde Bartholomä bei 50 % Förderung, brutto 3.600,-- €).
Mit der Untersuchung wurde die Forschungsgruppe Stadt + Umwelt, Prof. Günther Schöfl, Ludwigsburg beauftragt.

B. Beratung und Beschlussfassung
Zu dem Tagesordnungspunkt stellte Markus Schöfl von der Forschungsgruppe Stadt + Umwelt, Ludwigsburg den Zwischenbericht der Konzeption vor. Er meinte, dass die Bevölkerungsentwicklung für die Gemeinde Bartholomä etwa im Jahr 2005 ein Hochpunkt erreicht habe und seitdem leicht im Sinken begriffen sei. Bezogen auf den sog. Wanderungssaldo sei festzustellen, dass die Gemeinde in der Altersgruppe zwischen 18 und 35-jährigen höhere Wegzüge als Zuzüge habe. Positiv seien die Altersgruppen von etwa 35 bis 65 Jahren, in denen die Gemeinde Zuwächse verzeichnen könne. Bezüglich der Altersgruppe ab 75 Jahre könne sich die Gemeinde überlegen, inwieweit sie noch bessere Voraussetzungen für eine selbstständige Lebensführung im hohen Alter schaffe. Dies beginne bereits mit der Frage von barrierefreien Zugängen zu öffentlichen Einrichtungen und den Einzelhandelsgeschäften. Auch die Frage der Betreuung Älterer sei zu diskutieren. Insgesamt müsse die Gemeinde damit rechnen - so wie andere Städte und Gemeinden auch - Einwohner zu verlieren. Dies habe Auswirkungen auf die Wohnungswirtschaft und auf das sog. Flächenmanagement.
Demgegenüber sei festzustellen, dass in der Gemeinde rund 36 erschlossene und freie Bauplätze vorhanden seien, davon 34 Bauplätze von privater Hand. In der Gemeinde sei ein vergleichsweise niedriger Leerstand von Wohngebäuden mit derzeit 5,3 % vorhanden. Ein Ziel der Gemeinde könne es sein, ein „Flächenmanagement“ aufzubauen, bei dem eine Gemeinde Moderatorenrolle übernehme, die die Mobilisierung von Angebot und Nachfrage bzgl. der Bauplätze und der Wohnungen zum Ziel habe.
Die vorhandenen innerörtlichen Potenziale zu stärken sei eine unabdingbare Aufgabe für die Zukunft. Die Außenentwicklung, d. h. die Erschließung neuer Wohnbaugebiete müsse geprüft werden. Es sollte jedoch nur allenfalls ein sehr kleines Wohngebiet „auf Sicht“ umgesetzt werden, so Herr Schöfl.
In der sich anschließenden Beratung des Gremiums bekräftigte der Gemeinderat den Zusammenhang zwischen der Aktivierung und Stärkung des Innenbereichs und dem Erhalt der Infrastruktur im Dorf. Es gelte, Einzelhandel und Nahversorgung, die Fragen der öffentlichen Infrastruktur, die Sicherung der Grundversorgung, auch der medizinischen Versorgung, mit zu bedenken. Dies solle im Rahmen einer Entwicklungskonzeption unter Einbindung der Bürgerschaft erfolgen.
Mehrere Gemeinderäte sprachen sich sodann für eine aktive Moderatorenrolle zum Flächenmanagement aus. Ziel müsse dabei sein, private Bauplatzeigentümer zu motivieren, ihre Grundstücke am Markt anzubieten, da die Werthaltigkeit der Plätze momentan noch günstig sei. Andererseits, so die Mehrheit des Gemeinderates, bedürfe die Gemeinde auch eines kleinen Neubaugebietes.
Nach weiterer intensiver Beratung und Diskussion beschloss sodann der Gemeinderat mehrheitlich, alle Grundstückseigentümer freier Bauplätze zu informieren und das erklärte Ziel der Innenentwicklung darzulegen. Weiterhin beauftragte das Gremium mehrheitlich die Verwaltung, mit einem Planungsbüro die Erschließung eines kleines Neubaugebietes zu überprüfen.
  1. Bekanntgaben/Verschiedenes
Der Vorsitzende informierte das Gremium über die Einteilung der Wahlhelfer zur anstehenden Landtagswahl am 27.03.2011.
  1. Anfragen der Gemeinderäte
Die Anfrage der Gemeinderäte richteten sich zu nachfolgenden Themen:
- Sachstand zur Außenbereichssatzung
- Aufgaben als Jugendbeauftragte
Ende der Sitzung um 20.30 Uhr.
 
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