- Konzeption „Flächen gewinnen durch Innenentwicklung“
- Vorstellung des Zwischenberichtes - Festlegung des weiteren Vorgehens
A. Sachverhalt
Das Wohnen in der Ortsmitte, das Leben im Ortskern, die private, wie
auch die öffentliche Infrastruktur aufrecht und attraktiv zu halten,
sind maßgebliche und wichtige Ziele, an denen Gemeinderat und
–verwaltung arbeiten. Rückläufige Einwohnerzahlen – wie in ländlich
strukturierten Städten und Gemeinden derzeit gegeben – und die
Verschiebung im demografischen Altersaufbau der Bevölkerung –
erschweren dabei die Realisierung dieser Ziele. Eine nachhaltige
Innenentwicklung ist dabei ein geeignetes Instrument.
Die Gemeinde hat daher konsequenterweise bereits mit Unterstützung aus dem
Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum eine Konzeption zur Aktivierung
innerörtlicher Potenziale zur Eindämmung des Landschaftsverbrauchs
(MELAP) im Jahr 2006/2007 auf den Weg gebracht.
In der öffentlichen Sitzung des Gemeinderates im Oktober 2010 hat das Gremium weiterhin
von dem Programm des Umweltministeriums „Flächen gewinnen durch
Innenentwicklung“ Kenntnis genommen und nach intensiver Beratung und
Diskussion mehrheitlich beschlossen, an dem Programm des
Umweltministeriums teilzunehmen.
Ein entsprechender Antrag der Gemeinde Bartholomä in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Durlangen wurde
mit Zuwendungsbescheid des Ministerium für Umwelt, Naturschutz und
Verkehr im November bewilligt (Co-Finanzierungsbetrag für die Gemeinde
Bartholomä bei 50 % Förderung, brutto 3.600,-- €).
Mit der Untersuchung wurde die Forschungsgruppe Stadt + Umwelt, Prof. Günther
Schöfl, Ludwigsburg beauftragt.
B. Beratung und Beschlussfassung
Zu dem Tagesordnungspunkt stellte Markus Schöfl von der
Forschungsgruppe Stadt + Umwelt, Ludwigsburg den Zwischenbericht der
Konzeption vor. Er meinte, dass die Bevölkerungsentwicklung für die
Gemeinde Bartholomä etwa im Jahr 2005 ein Hochpunkt erreicht habe und
seitdem leicht im Sinken begriffen sei. Bezogen auf den sog.
Wanderungssaldo sei festzustellen, dass die Gemeinde in der
Altersgruppe zwischen 18 und 35-jährigen höhere Wegzüge als Zuzüge
habe. Positiv seien die Altersgruppen von etwa 35 bis 65 Jahren, in
denen die Gemeinde Zuwächse verzeichnen könne. Bezüglich der
Altersgruppe ab 75 Jahre könne sich die Gemeinde überlegen, inwieweit
sie noch bessere Voraussetzungen für eine selbstständige Lebensführung
im hohen Alter schaffe. Dies beginne bereits mit der Frage von
barrierefreien Zugängen zu öffentlichen Einrichtungen und den
Einzelhandelsgeschäften. Auch die Frage der Betreuung Älterer sei zu
diskutieren. Insgesamt müsse die Gemeinde damit rechnen - so wie
andere Städte und Gemeinden auch - Einwohner zu verlieren. Dies habe
Auswirkungen auf die Wohnungswirtschaft und auf das sog. Flächenmanagement.
Demgegenüber sei festzustellen, dass in der Gemeinde rund 36 erschlossene und freie Bauplätze vorhanden seien,
davon 34 Bauplätze von privater Hand. In der Gemeinde sei ein
vergleichsweise niedriger Leerstand von Wohngebäuden mit derzeit 5,3 %
vorhanden. Ein Ziel der Gemeinde könne es sein, ein
„Flächenmanagement“ aufzubauen, bei dem eine Gemeinde Moderatorenrolle
übernehme, die die Mobilisierung von Angebot und Nachfrage bzgl. der
Bauplätze und der Wohnungen zum Ziel habe.
Die vorhandenen innerörtlichen Potenziale zu stärken sei eine unabdingbare Aufgabe für
die Zukunft. Die Außenentwicklung, d. h. die Erschließung neuer
Wohnbaugebiete müsse geprüft werden. Es sollte jedoch nur allenfalls
ein sehr kleines Wohngebiet „auf Sicht“ umgesetzt werden, so Herr Schöfl.
In der sich anschließenden Beratung des Gremiums bekräftigte
der Gemeinderat den Zusammenhang zwischen der Aktivierung und Stärkung
des Innenbereichs und dem Erhalt der Infrastruktur im Dorf. Es gelte,
Einzelhandel und Nahversorgung, die Fragen der öffentlichen
Infrastruktur, die Sicherung der Grundversorgung, auch der
medizinischen Versorgung, mit zu bedenken. Dies solle im Rahmen einer
Entwicklungskonzeption unter Einbindung der Bürgerschaft erfolgen.
Mehrere Gemeinderäte sprachen sich sodann für eine aktive
Moderatorenrolle zum Flächenmanagement aus. Ziel müsse dabei sein,
private Bauplatzeigentümer zu motivieren, ihre Grundstücke am Markt
anzubieten, da die Werthaltigkeit der Plätze momentan noch günstig
sei. Andererseits, so die Mehrheit des Gemeinderates, bedürfe die
Gemeinde auch eines kleinen Neubaugebietes.
Nach weiterer intensiver
Beratung und Diskussion beschloss sodann der Gemeinderat mehrheitlich,
alle Grundstückseigentümer freier Bauplätze zu informieren und das
erklärte Ziel der Innenentwicklung darzulegen. Weiterhin beauftragte
das Gremium mehrheitlich die Verwaltung, mit einem Planungsbüro die
Erschließung eines kleines Neubaugebietes zu überprüfen.
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