Die Reise wurde von den Partnerschaftsvereinen aus Bartholomä und Casola organisiert. Die 15 Personen umfassende Gruppe
erwartete ein abwechslungsreiches Lern- und Besuchsprogramm. Im Mittelpunkt stand ein 5-tägiger Sprachkurs. Am
Anreisewochenende fand zum 20. Mal das „Fest der vergessenen Früchte“ statt. Im ganzen Ort verteilt bieten
hier die Händler, Obstbauern und Vereine die gesammelten Früchte und die daraus hergestellten Produkte an. Es sind
überwiegend Früchte die in Hecken und Büschen an den Feldrändern wachsen und die früher zur Herstellung von Speisen und
zum Kochen verwendet wurden, heutzutage allerdings in Vergessenheit geraten sind. Am Abend ließen sich die Besucher im
„Ristorante Fava“ mit einem traditionellen Menü, das ausschließlich nach alten Rezepten mit diesen
vergessenen Früchten gekocht wurde, verwöhnen.
Der morgendliche Sprachkurs, der von 4 italienischen Lehrern aus Casola in vorzüglicher Weise vorbereitet und
durchgeführt wurde, verschaffte erste Einblicke und Eindrücke in die italienische Sprache. Sehr geduldig und einfühlsam
erläuterten die Italiener die für Deutsche doch recht komplizierte Grammatik. Sehr vorteilhaft war es, dass bei den
verschiedenen Besuchen in den zahlreichen Bars und in den „ristoranti“ das Gelernte dann direkt in der
Praxis angewandt werden konnte.
Neben dem Kurs stand nachmittags und abends das Kennen lernen der Kultur, der Sehenswürdigkeiten, der Lebensweise und
natürlich der Menschen im Vordergrund. Die Städte Bologna, Brisighella und Riolo Terme mit ihrem typischen südländischen
Flair luden bei spätsommerlichem Wetter zu deren Besichtigung, zum Schlendern und Bummeln ein.
Ein Teil der Gruppe durchstreifte auf verschiedenen Wanderungen die typische Hügellandschaft mit ihren Weinbergen, Obstplantagen und
Olivenhainen. Hierbei wurden die Wandertouren für die nächstjährige einwöchige Wanderreise in die Partnergemeinde
erkundet. An einem Nachmittag galt der Besuch einem exklusiven Weingut, das die regionalen Spitzenweine des
„Sangiovese“ vermarktet. Bei der Weinprobe und der Besichtigung des Weinkellers konnte der vorzügliche Vino
gekostet werden.
Bei einer Bierprobe und dem Besuch einer kleinen Brauerei, die von einem der Casolaner Freunde erst neu
gebaut worden ist, konnten sich die Teilnehmer davon überzeugen, dass dieses Bier unserem deutschen Pils oder Weizen in
keiner Weise nachsteht.
Ein Tagesausflug mit viel Sonnenschein ans Meer nach Cervia stellte einen der Höhepunkte der Woche dar. Unter Begleitung
von Alt-Bürgermeister Giorgio Sagrini aus Casola genoss man nach der Besichtigung der Meersalz-Salinen und des Museums einen
Spaziergang durch die altertümliche Festungsstadt und den Hafen. Der krönende Abschluss dieses Tages fand bei einem opulenten
italienischen Menü im Yachthafen statt. Hier wurden die Bartholomäer mit exzellenten Fisch- und Muschelgerichten verwöhnt.
Dabei lernten sie die typische Esskultur ihrer Freunde kennen und ließen Gaumen und Magen verwöhnen.
Abends trafen sich die Bartholomäer meist mit italienischen Freunden zum „Cena“, Abendessen. Beim Genießen der
italienischen Spezialitäten kam man sich in herzlicher und freundschaftlicher Atmosphäre näher. Wie bereits bei vorherigen
Besuchen waren die Ostälbler auch dieses Mal wieder begeistert von der ihnen entgegengebrachten Gastfreundschaft und
Herzlichkeit der Freunde aus Casola.
Daher ließen sie es sich auch nicht nehmen und luden die italienischen Freunde an einem Abend zum Essen auf ein typisch
schwäbisches Gericht ein. Die Schnitzel mit Spätzle, Kartoffelsalat und Soße kamen bei den italienschen Gästen sehr gut an
und fanden großes Lob.
Zum Abschiedsessen traf man sich in der alten, zu einem erstklassigen Restaurant umgebauten Kirche in Casola. Mit einem
Geschenk aus Bartholomä bedankte sich Karl Busch bei den Lehrerinnen und dem Lehrer sowie dem Vorstand des ital.
Partnerschaftsvereins Giorgio Sagrini für die herzliche Aufnahme und Gastfreundschaft sowie die hervorragende Organisation.
Viel Spaß machte es, den im Sprachkurs erlernten Kanon „Fra Martino“ – Bruder Jakob – auf
Italienisch zu singen. Zur Überraschung stimmten die italienischen Freunde diesen Kanon in deutscher Sprache mit ein.
Bürgermeister Nicola Iseppi überreichte bei der Gelegenheit allen Kursteilnehmern ein Zertifikat über den erfolgreich
abgeschlossenen Sprachkurs in Casola Valsenio, selbstverständlich in italienischer Sprache.
Zu später Stunde hieß es Abschied nehmen auf ein Wiedersehen beim Sommeranfangsfest und der Wanderwache im Juni nächsten Jahres.
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