Wie das Dezernat Wald und Forstwirtschaft des Landratsamts Ostalbkreis mitteilt, hat sich durch Sturmwürfe und den trockenen, heißen Sommer im letzten Jahr eine große Borkenkäferpopulation gebildet. Deshalb informiert das Forstdezernat über die erforderlichen Bekämpfungsmaßnahmen und fordert alle Waldbesitzer dazu auf, diese umzusetzen.
Die Borkenkäferpopulation wurde in dem milden Winter nicht entscheidend reduziert, Larven und Puppen konnten sich sogar weiterentwickeln. Bei Stichproben der Forstlichen Versuchsanstalt (FVA) Mitte Februar wurden zahlreiche vitale Jungkäfer in Brutbäumen gefunden. Dementsprechend herrschen aus Käfersicht perfekte Ausgangsbedingungen für eine Massenvermehrung.
Der Borkenkäfer nimmt dabei keinerlei Rücksicht auf Waldbesitzgrenzen, weshalb nur eine flächendeckende Bekämpfung über alle Waldbesitzarten erfolgversprechend ist.
Sofortige Maßnahmen, die bis zum Frühjahr durchgeführt werden müssen:
Maßnahmen ab Beginn des Käferfluges:
Sollten sich einzelne Waldbesitzende nicht an der Borkenkäferbekämpfung beteiligen, kann die Untere Forstbehörde des Ostalbkreises von einer forstpolizeilichen Anordnung nach §18 LWaldG Gebrauch machen, um angrenzende Waldgebiete zu schützen.
Besonderheit in diesem Jahr: Gefahr durch den Kupferstecher
Die Meldung von Schadflächen, die durch den Kupferstecher verursacht worden, hat sich für das Vorjahr verzehnfacht! Dieser
Borkenkäfer besiedelt insbesondere durch Trockenheit abwehrgeschwächte Fichten. Deshalb tritt er auch außerhalb von
Sturmschadensgebieten losgelöst vom Buchdrucker auf. Charakteristisch ist der von oben nach unten verlaufende Befall des
Wirtsbaumes (trockene, rotbraune Krone bzw. Kronenteile). Dies erschwert das Auffinden innerhalb von Beständen. Darüber hinaus
besiedelt er auch jüngere Fichtenbestände im Dickungs- und Stangenholzalter, die bei der Käfersuche oft übergangen werden.
Auch schwaches Kronenmaterial (Ø bis 7cm) ist für den Kupferstecher bruttauglich und muss gehäckselt oder beseitigt werden.
Waldbesitzer erhalten Beratung beim Dezernat Wald und Forstwirtschaft des Landratsamts Ostalbkreis, allen Forst-Außenstellen und Revieren oder auf der Homepage der FVA www.fva-bw.de. Dort gibt es auch tagesaktuelle Informationen zum Borkenkäfer-Monitoring in klimatisch vergleichbaren Regionen.