Am vergangenen Sonntag
wurde im ökumenischen Gottesdienst in der Kath. Kirche, wie auch bei der Totenehrung am Mahnmal auf dem Wirtsberg
der Toten von Krieg und Gewaltherrschaft gedacht.
Die kirchliche Gedenkfeier, musikalisch begleitet vom Chor „One Voice“, stand unter Thema
„Frieden“ und hier der Lesungstext Röm. 12, 13-18 im Mittelpunkt.
Das ökumenische Liturgieteam der beiden Kirchengemeinden hatte im Kirchengang „Stolpersteine“ mit
Bildmotiven von Kriegs- und Katastrophengebieten ausgelegt und die Motive zu den Themen „Heimat“,
„Gewalt“, „Flucht“, „Hunger“, „Einsamkeit“ und
„Krankheit“ an eine Projektstafel kollagiert.
Nach dem gemeinsamen Marsch auf den Wirtsberg erinnerte Bürgermeister Thomas Kuhn in seiner Ansprache an die
Schrecken der Weltkriege und dem Sterben so vieler Unschuldiger. Er stellte die Frage nach dem Warum. „Alles
was gestern war, wird man vergessen haben. Alles was heute ist, nicht sehen. Was morgen kommt, nicht fürchten. Man
wird vergessen haben, dass man ihn begonnen, vergessen, dass man ihn geführt hat. Darum – wird er nicht
aufhören.“ So zitierte er den österreichischen Schriftsteller Karl Kraus, der wenige Jahre nach Ende des 1.
Weltkrieges eine Erklärung zu dem „Warum Kriege“ gegeben habe. Es gelte, bei uns in Deutschland und
Mitteleuropa, sich für den Frieden und die Freiheit gleichermaßen einzusetzen. Gerade unsere deutsche Geschichte
lehre uns leidvoll, dass ein Rückfall auf nationales Gedankengut, dem Anhängen populistischer und hasspredigender
Politiker genau in die falsche Richtung weisen würde. Es gelte vielmehr, die Würde des Menschen im Mittelpunkt zu
sehen, dort mutig einzuschreiten, wo Mitmenschen unsere Hilfe benötigten.
Der Musikverein intonierte sodann das Stück „Ich hatt' einen Kameraden“, während stellvertretend für
die Bürgerschaft der Gemeinderat am Mahnmal auf dem Wirtsberg einen Kranz niederlegte. Die Abordnung der Vereine
senkte zur Würdigung an die gefallenen und vermissten Soldaten die Fahnen.
Abschließend dankte der Bürgermeister allen Bürgerinnen und Bürgern, den beiden Kirchengemeinden für die
ansprechende Gestaltung des Gottesdienstes, dem Musikverein, der Feuerwehr, den Fahnenabordnungen und den
Gemeinderäten, die sich zum stillen und sehr wichtigen Gedenken am Ehrenmal auf dem Wirtsberg versammelt haben.