Aus Bartholomä

Geplanter Dorfladen
09.02.2018

Bartholomäer Nahversorgung weiter gesichert
Am vergangenen Freitag eröffnete Carina Wagner-Grötzinger ihr „Lädle“ mit den erweiterten Ladenflächen erstmals für die Öffentlichkeit.
Die Gemeinde Bartholomä begrüßt diese privatgewerbliche Entwicklung ausdrücklich. Dieser Schritt hat nämlich gleich zwei positive Aspekte:
Denn zum Einen ist mit diesem Engagement die Grundversorgung mit Lebensmitteln in Bartholomä aktuell gewährleistet.
Darüber hinaus und für die Zukunft ist der Standort und die Lage an der Hauptstraße gut geeignet, die Nahversorgung in Bartholomä auch dauerhaft und nachhaltig dort zu erkennen. Auch dies ist ein Wunsch, der sich mit dem Standort in unmittelbarer Nähe zu unseren anderen Lebensmittelhandwerkern und Einzelhändlern verbindet.
Ob diese Entwicklung so kommt, diese Chance ergriffen wird und ausgebaut werden kann, liegt nun vor allem an den Kunden, die das neue „Carina´s Lädle“ und unsere anderen Händlern mit ihren Angeboten durch ihren Einkauf unterstützen.
Daher hat sich der Gemeinderat auch dafür ausgesprochen, diese private Entwicklung zu begrüßen. Mit Blick auf den privatwirtschaftliche Einsatz und der Perspektive erschien es geboten, wenn auch die Anstrengungen eines genossenschaftlich getragenen Dorfladens damit aktuell zurückgestellt werden, diese Initiative zu unterstützen. Die Aktivitäten zu einer geplanten Genossenschaft ruhen daher seitens der Gemeinde, die dazu momentan keine Veranlassung sieht, von ihr aus aktiv zu werden.
Die Gemeinde erkennt auch in dem im vergangenen Jahr begonnenen Dialogprozess zu einer geplanten Genossenschaft, dass dieser – nicht einfache Dialog – viele Bürgerinnen und Bürger über die Frage der Nahversorgung hinaus auch in Überlegungen gebracht hat, wie wir unser Dorf, unsere weitere Entwicklung und unser Selbstverständnis eines aktiven Gemeinwesens und einer attraktiven Gemeinde sehen wollen. Es wurde deutlich, dass vielen Einwohnern an einer gut ausgebauten und funktionierenden Nahversorgung im Dorf gelegen ist und diese – auch das zeigt die jetzt getätigte private Investition – seitens der Bürgerschaft gewünscht ist und wohl noch weiteres Potential hat. Somit ist die Frage der „Nahversorgung“ auch ein ständiger Prozess, der aktuell auch nicht an ein Ende angelangt ist.
Die Gemeinde dankt allen, die sich in konstruktiver und sachlicher Weise für diese wichtigen Fragen und Diskussionen aktiv eingesetzt haben und weiterhin engagieren werden.

Aufgrund der Rückmeldungen und den aktuell vorhandenen 370 persönlichen Erklärungen zur geplanten Gründung einer Genossenschaft hat der Gemeinderat im August das Thema ausführlich beraten. Dabei wurde die Verwaltung beauftragt, mit allen Einzelhändlern/Lebensmittelhandwerkern nochmals Gespräche zu führen, auch mit dem Ziel, ob es neben dem infrage kommenden Standort an der Hauptstraße Alternativen gibt. Diese sollen mit Blick auf die Lage, den Kosten und einer günstigen Wirtschaftlichkeit geprüft werden. Konkret hat dazu der Gemeinderat ein Planungsbüro beauftragt, Standorte hinsichtlich dieser Kriterien zu beleuchten. Das Büro hat bereits die Arbeit aufgenommen. Mit diesem Prüfungsergebnis ist bis Ende des Jahres zu rechnen und sobald dieses Ergebnis vorliegt, wird die Gemeindeverwaltung den Gemeinderat und die Öffentlichkeit weiter informieren.
Auf Veranlassung des Gewerbe- und Fremdenverkehrsvereins e.V. und mit Unterstützung der Gemeinde haben unter den Einzelhändlern/Lebensmittelhandwerker aktuell zwei Besprechungen im Rathaus stattgefunden. Es geht um die Frage, wie mit Beginn des kommenden Jahres eine weiter entstehende Versorgungslücke aktuell geschlossen werden kann. Im Gespräch mit allen örtlichen Lebensmittelhandwerkern wurde deutlich, dass eine schnelle und ganz kurzfristige Lösung erforderlich sein wird. Es wurden in den Gesprächen verschiedene Ansätze diskutiert und es zeichnet sich aktuell nun ab, dass sehr es kurzfristig gelingen kann, diese Lücke zu schließen und im Ort weiterhin ein Grundsortiment an Lebensmitteln anzubieten. Der Gewerbe- und Fremdenverkehrsverein wird gemeinsam mit der Gemeindeverwaltung rechtzeitig in den kommenden Wochen zu diesem Punkt eingehend und ausführlich berichten.

Nachdem bei der Gemeindeentwicklungsplanung 2014 die Bürgerschaft das Thema der Nahversorgung hoch priorisiert hatte, und nun die bis zum 15. Juli seitens der Gemeinde genannten Voraussetzungen durch unsere Bartholomäer Bevölkerung gegeben war, hat der Gemeinderat in der Sitzung Anfang August die weiteren beiden Schritte festgelegt:
Mit allen unseren Einzelhändlern wegen eines geeigneten Standorts des künftigen Ladens weitere Gespräche zu führen und weiterhin die geplante Genossenschaft für die Gründung vorzubereiten. Während für die Planung der Genossenschaft ein Informations- und Besprechungstermin für alle interessierten Bürger für Herbst geplant ist, sind derzeit die weiteren Gespräche mit allen unseren Händlern und Lebensmittelhandwerkern im Gange. Dabei geht es um die Standortfrage und darum, ob eine gute und wirtschaftliche Lösung im Bestand oder durch Neubau erzielt wird.
In Bezug auf die geplante Genossenschaft sind momentan 370 unverbindliche und persönliche Absichtserklärungen vorhanden. Auch wenn der Termin mit dem 15. Juli gesetzt war, so sind weitere Absichtserklärungen und Interessenbekundungen jederzeit und weiterhin gerne möglich.
Flyer Dorfladen Der erste Schritt zum Dorfladen (322 KB)
Unverbindliche Absichtserklärung (210 KB)


Am Donnerstag, 23.03.2017, fand eine Einwohnerversammlung im Dorfhaus statt. Thema des Abends war die Frage eines Dorfladens in Bartholomä.
Bürgermeister Thomas Kuhn hieß viele Bürgerinnen und Bürger, Vertreter des Einzelhandels, Vereinsvorsitzende, den Gemeinderat und Pressevertreter willkommen. Sodann stelle er die Bemühungen von Gemeinderat und -verwaltung zur Ansiedlung eines Lebensmittelmarktes/Discounter in Bartholomä dar. Bei allen angefragten Firmen habe die Antwort gelautet, dass die Einwohnerzahl und damit die Kaufkraft in Bartholomä zu gering sei, um eine/n Lebensmittelkette/Discounter zu bekommen.

Michael Gschwinder von der Unternehmensberatung Handel GmbH, Stuttgart informierte die Versammlung zunächst über die Ursachen für eine bedrohte Nahversorgung im ländlichen Raum. Er sah die Konzentration im Handel, die immer größeren Verkaufsflächen mit entsprechender Kaufkraftbindung, aber auch ein verändertes Verbraucherverhalten als ursächlich an. „Das Herz gehöre Tante Emma, der Geldbeutel jedoch dem Discounter“, so Gschwinder. Die Vorteile eines Dorfladens sah er nicht nur in der Einkaufsmöglichkeit, als vielmehr in einer Begegnungs-Kommunikations- und Informationsstätte. Um zu einem funktionierenden Dorfladen zu kommen, müssten die Rahmenbedingungen passen. Es gehe um einen ausgeprägten Solidaritätsgedanken innerhalb der Dorfgemeinschaft und eine starke Identifikation aller Einwohner mit „ihrem“ Markt. Es sei falsch zu meinen, es sei der Dorfladen des Bürgermeisters oder des Gemeinderats. Dabei brachte Gschwinder zum Ausdruck, dass die Kommune die Idee und die Umsetzung eines Dorfladens zwar begleiten könne, es bedürfe aber schon des Engagements der Bürgerschaft mit der Möglichkeit der Personalkostenreduzierung durch Ehrenamtliche. Neben diesen aktiven Mitarbeitern sei auch ein verlässlicher Kundenstamm Voraussetzung, den er in Bartholomä bei ca. 200 Kunden täglich mit durchschnittlich ca. 8 Euro Einkaufsbetrag bei 300 Öffnungstagen als möglich und erfüllbar ansah.

Die Firma Utz GmbH & Co. KG aus Ochsenhausen ist Dienstleister in der Nahversorgung. Jens Schröder unterrichtete die Einwohner über seine Firma und über deren Dienstleistungen. Auch er legte Zahlen zur Wirtschaftlichkeit, Kosten und Ertrag eines Dorfladens vor. Seine Firma würde sich über die fachliche Begleitung der Bartholomäer in dieser Frage sehr freuen, so Schröder.

Dr. Michael Roth, Abteilungsleiter im Genossenschaftsverband Baden-Württemberg, berichtete über funktionierende Dorfläden in der Rechtsform der eingetragenen Genossenschaft. Die Idee besteht darin, dass viele Bürger einer Gemeinde gemeinsam einen Dorfladen finanzieren und betreiben. Der Vorteil der Genossenschaft sei es, dass die Kunden Mitglied sind und sich mit ihrem Laden identifizierten. Die Genossenschaft brauche keinen Gewinn erwirtschaften, jedoch müssten die Kosten gedeckt sein. Jeder Genosse hafte nur maximal mit seinem eingesetzten Anteil, also mit dem Betrag von 100,--€. Er zeigte die Schritte für die Gründung einer Genossenschaft auf und die mögliche Begleitung durch den Genossenschaftsverband Baden-Württemberg.

Nach einer kurzen Pause wurden seitens der Einwohnerinnen und Einwohner verschiedene Fragen an die Fachleuchte gerichtet. Die sachliche und gute Diskussion ging inhaltlich um die Erfolgsaussichten und Risiken eines Dorfladens, um die Frage der zeitlichen Umsetzung und der weiteren Information aller Bürger. Der Bürgermeister meinte, dass der Dorfladen eine Möglichkeit sei, die Nahversorgung durch die Bartholomäer Bürgerschaft in die Zukunft zu sichern. Eine Genossenschaft sei hierfür eine geeignete Form. Diese setze voraus, dass eine Mindestzahl von Teilhabern an der Genossenschaft (Genossen) von mindestens 350, besser 400 Genossen, ihre Bereitschaft dazu erklärten. Wichtig seien die von den Fachleuten angesprochenen „lokalen Zugpferde“ also diejenigen Bürgerinnen und Bürger, die bereit sind ehrenamtlich – in welchem Umfang und auf welcher Art auch immer – für den Dorfladen aktiv einzutreten. Bis zum 15. Juli 2017 sollte im Dorf Klarheit darüber bestehen, ob die erforderliche Anzahl der Genossen und ein möglichst großes Team vorhanden sind.
Mit seinem Dank an alle Anwesenden, dem Förderverein Laubenhartschule für die Bewirtung des Abends und den Referenten, Michael Gschwinder, Jens Schröder und Dr. Michael Roth beschloss er sodann die Einwohnerversammlung

Flyer Dorfladen Der erste Schritt zum Dorfladen (322 KB)
Standortgutachten Marktlage Unternehmungsberatung Handel GmbH (467 KB)
Fazit Standortbeurteilung Unternehmungsberatung Handel GmbH (1,04 MB)
Dienstleistungen zur Nahversorgung Fa. Utz GmbH & Co KG (9,38 MB)
Genossenschaftsmodell Dorfladen Genossenschaftsverband Baden-Württemberg (554 KB)

Unverbindliche Absichtserklärung zum Beitritt in die zu gründende Genossenschaft „Dorfladen Bartholomä“
Unverbindliche Absichtserklärung (206 KB)

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