Aus dem Gemeinderat

Sitzungsbericht der Gemeinderatssitzung vom 04.11.2020
Anwesend: Bürgermeister Kuhn sowie 8 Gemeinderäte
Zuhörer: 9
Beginn der Sitzung: 18.30 Uhr
Ende der Sitzung: 19.40 Uhr
 
  1. Einwohnerfragestunde
Bei der Fragestunde gab es gleich mehrere Anfragen:
So erkundigte sich eine Zuhörerin nach der aktuellen Verschuldung der Gemeinde und ob diese gestiegen sei. Da sie meine, dass die Gemeinde viel Geld für Planungen und Gutachten ausgebe, interessierte sie sich dafür, wie hoch die Kosten für die Fremdbeauftragungen von Planungsleistungen sind.
Die Verschuldung der Gemeinde mit gerade einmal 55 € pro Einwohner sei vergleichsweise äußerst niedrig, so der Bürgermeister. Momentan seien Kredite nur für die Finanzierung von Photovoltaikanlagen der Dächer auf öffentlichen Gebäuden vorhanden. Deshalb sprach der Bürgermeister in dem Zusammenhang von „ganz sonnigen Schulden“. In den vergangenen Jahren konnten die Verbindlichkeiten mehr und mehr zurückgeführt werden. Die Gemeindeverwaltung werde für die zurückliegenden fünf Jahren die Kosten für erforderliche Planungen und Gutachten zusammenstellen und dem Gremium gegenüber in öffentlicher Sitzung berichten, so der Vorsitzende.
Ein weiterer Zuhörer erkundigte sich nach dem Stand des geplanten Nahwärmekonzepts und äußerte sich skeptisch in Bezug auf Aufgaben und Kosten des eingesetzten Sanierungsmanagers. Schließlich fragte er, warum der Bau der Ampel an der Landesstraße der Ortsdurchfahrt Heubacher Straße nicht fertiggestellt wird.
Eine angedachte gemeinschaftliche Lösung für eine Nahwärmeversorgung unter Einbindung der großen Liegenschaften von Schwäbischen Turnerbund und Barmer sei momentan in die Ferne gerückt. Ohne die Wärmeabnehmer Turnerheim und Barmer ist ein großes Netz nicht wirtschaftlich, so der Bürgermeister. Bekanntlich hat der Schwäbische Turnerbund entschieden, zur Versorgung seiner Gebäude (Sporthalle und Turnerheim) eine eigene Heizzentrale im Zuge seiner Gesamtsanierung zu bauen. Aktuell befasst sich die Gemeinde mit einem kleinen Arealnetz in der Ortsmitte mit Anbindung der öffentlichen Gebäude. Denn dort stehen in mehreren Gebäuden die Erneuerung alter Heizungen an. Bei der jüngsten Besprechung mit dem Sanierungsmanagement wurde in dem Lenkungskreis ein Arealnetz gutgeheißen. Der Gemeinderat wird sich in einer der kommenden Sitzungen dazu beraten. Die Verwaltung und den Gemeinderat genau in dieser Frage zu begleiten, ist einer der Aufgaben des Sanierungsmanagers. Diese Beauftragung ist über eine Laufzeit von drei Jahren durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) genehmigt. Zu den voraussichtlichen Gesamtkosten erhält Bartholomä rd. 65 % Zuschuss durch die KfW, also rd. 150.000 €.
Da festgestellt wurde, dass der vom Straßenbauamt geplanten Ampel an der Heubacher Straße der erforderliche Stromanschluss fehlt, verzögert sich der Bau der Lichtsignalanlage, so der Bürgermeister.
  1. Sanierung des Turnerheims des Schwäbischen Turnerbundes (STB)
    - Vorstellung der Planung
Aufgrund der aktuellen Coronalage hat der Turnerbund von einer persönlichen Präsentation vor dem Gremium kurzfristig Abstand genommen und wird seinen Bericht zur Baumaßnahme zu einem späteren Zeitpunkt erstatten. Bürgermeister Kuhn überbrachte daher die herzlichen Grüße des Schwäbischen Turnerbundes den Gemeinderäten.
So ziemlich exakt auf den Tag genau vor 50 Jahren, am 6. November 1970, wurde das Turnerheim mit damals 25 Betten eingeweiht. Seitdem besteht zwischen der Gemeinde Bartholomä und dem STB eine partnerschaftliche und sehr kooperative Zusammenarbeit, so der Bürgermeister. Sodann stellte er wichtige Entwicklungsdaten zum Turnerheim vor:
Im Jahre 1980 wurde ein Allwetterspielfeld angelegt, im Jahr 1982 erfolgte eine Vergrößerung des Bettentrakts und der Anbau eines Lehrsaals und Frühstückraums, neun Jahre später, im Jahr 1991 wurde Bau einer Sporthalle mit Hallenfläche von 22 m x 45 m und einer Geräteturnhalle fertiggestellt. Seit Mitte der 1990er bestand eine Kooperation mit der GEK, die im Jahr 1996 ihr Tagungszentrum am Bärenberg gebaut hat. In den Jahren 2000 bis 2002 wurde die Gymnastikhalle gebaut und ab dem Jahr 2013 bestand ein neues Betreiberkonzept, nachdem die Kooperation mit der Barmer nicht mehr gegeben war. Seit dem Jahr 2013 ist der Internationale Bund (IB) Pächter der STB-Liegenschaft. Aktuell sind 11 Einzel-, 26 Doppelzimmer und zwei Appartements vorhanden. Das Restaurant bietet für ca. 200 Gäste Platz.
Knapp 9 Millionen Euro Gesamtkosten nimmt der STB in die Hand, die Liegenschaft zu modernisieren. Die Bildungsstätte wird an die heutigen Anforderungen angepasst und energetisch ausgerichtet.
Aktuell sind die Bauarbeiten im Außenbereich im Gange: die Erneuerung der Stromleitung im öffentlichen Bereich mit dem Bau einer Glasfaseranbindung ist erfolgt; der Tiefbau einer Fernwärmeverbindung zw. Sporthalle und „Turnerheim“ wird aktuell erledigt. Der STB hat sich im August entschieden, eine eigene Heizungsanlage im Keller der Sporthalle einbauen, um beide Liegenschaften (Sporthalle und Turnerheim) zu versorgen.
Die Geräteturnhalle in der Sporthalle wird ebenso umgebaut. Ab Januar erfolgt die gesamte Innensanierung im Turnerheim, wobei die „Kubatur“ des Gebäudes und die Raumgrößen/-zuschnitte im Wesentlichen gleichbleiben.
Im Dachgeschoss des Turnerheims ist der Einbau von Gästezimmer geplant; der bestehende Eingangsbereich / Hauptzugang wird nach Westen (im Bereich des heutigen Kaminzimmers) verlegt; die Außenbewirtung mit der bestehenden Sitzecke im Süd-Osten vergrößert.
Ein erheblicher Umfang nimmt die Erneuerung der Leitungssysteme im Gebäude ein: Lüftungsanlagen, Elektrik, Wasserleitungen. Die Gästezimmer erhalten neue Nasszellen und deren Bodenbeläge werden erneuert. Der bestehende Gastronomiebereich wird verschönert und eine komplett neue Küche eingebaut. Das Bauzeitenende liegt frühestens auf Ende des Jahres 2021. Die Zuschüsse vom Land Baden-Württemberg und den Sportverbünden seien bemerkenswert hoch und betragen knapp 6,4 Mio. Euro, so der Bürgermeister abschließend. Dafür gelte es herzlich zu danken.
Zu danken sei dem Schwäbischen Turnerbund nicht nur für seine Entscheidung, die bestehenden Gebäude zu sanieren. Er gebe überdies ein starkes Standortbekenntnis zu Bartholomä ab. Die Gemeinde verdankt dem STB aufgrund seiner vielen Tagungsgästen auch sein seit dem Jahr 1991 bestehendes Prädikat als Staatlich anerkannter Erholungsort, so Kuhn. Auch die gute Kooperation zur Nutzung der schönen Sporthalle für unsere Vereine, für Kindergarten und Schule ist für die Gemeinde Bartholomä von hohem Wert.
Stellvertretend für den bisherigen Pächter, den Internationalen Bund (IB), überbrachte der Geschäftsführer des Turnerheims, Markus Mezger, dem Gemeinderat die herzlichen Grüße.
Der Gemeinderat nahm sodann von dem Bericht des Bürgermeisters über die geplante Sanierung nach kurzer Aussprache zustimmend Kenntnis.
  1. Zwischenbericht 2020
    - Finanzlage der Gemeinde Bartholomä
A. Sachverhalt
Im September 2020 wurde eine zusätzliche Steuerschätzung aufgrund der Covid-19-Pandemie durchgeführt. Danach fällt der Einbruch für dieses Jahr etwas schwächer aus als im Mai noch befürchtet. Die Erwartungen für die Folgejahre allerdings liegen unterhalb der ohnehin geringeren Erwartungen der Mai-Steuerschätzung. D.h. in den Folgejahren ab dem 2021 ist mit spürbar geringeren Einnahmen zu rechnen als ursprünglich angenommen.
Die Kommunen in Baden-Württemberg haben insgesamt mit einem Rückgang von 1,88 Milliarden Euro zu rechnen. Davon kompensiert das Land 1,040 Milliarden Euro. Die weiteren Ausfälle gleicht der Bund im Rahmen des Solidarpakts 2020 weitgehend aus. Von den kommunalen Spitzenverbänden wurde ein komplexer Verteilschlüssel erarbeitet. Ein großer Teil der Einnahmeausfälle wird damit kompensiert.
Die Maisteuerschätzung prognostizierte einen deutlichen Rückgang der Steuereinnahmen aus dem Finanzausgleichsgesetz (FAG), was normalerweise eine deutliche Absenkung der Zuweisungen an die Kommunen zur Folge gehabt hätte. Diese Verluste wurden vom Land im kommunalen Finanzausgleich jedoch mit über 1 Mrd. Euro kompensiert. Die ersten drei Quartalszahlungen wurden verstetigt, d.h. sie verbleiben den Kommunen dauerhaft.
Das aktuelle Gewerbesteueraufkommen der Gemeinde Bartholomä liegt bei rund 710.000 € und damit etwa um 100.000 € unter dem Planansatz.
Der Gemeinderat Bartholomä hatte beschlossen, die Kindergartengebühren für die Corona-Monate April bis Juni, teilweise auch die Gebühren für die Ganztagesbetreuung, zu erlassen. Aus den ersten beiden Soforthilfepakten des Landes für Kita-, VHS- und andere Einnahmeausfälle hat die Gemeinde Bartholomä 18.368 € erhalten. Eine Vollerstattung der Einnahmeausfälle ist nicht vorgesehen.
Der Einkommensteueranteil 2020 war mit 1.413.300 € im Haushaltsplan veranschlagt worden. Durch die ersten prognostizierten Regionalisierungswerte der September-Steuerschätzung, ergibt sich gegenüber den Planzahlen ein Einnahmeausfall von rd. 150.000 € im Jahr 2020.
Derzeit liegt das ordentliche Rechnungsergebnis der Gemeinde bei minus 198.836 € (geplant waren minus 675.985 €). Hier ist aber zu bemerken, dass das Haushaltsjahr noch nicht zu Ende ist und dieser Stand sich noch verändern kann.
B. Beratung und Beschlussfassung
Kämmerin Monika Löhn stellte dem Gremium den aktuellen Stand der Finanzen der Gemeinde dar. Es lasse sich nach dem jetzigen Stand trotz der vorhandenen Krise eine verbesserte Finanzlage feststellen, als noch zum Jahresbeginn erwartet wurde. Jedoch müsse sich die Gemeinde ab dem Jahr 2021 auf große finanzielle Herausforderungen einstellen. Der Vorsitzende meinte, dass bei den anstehenden Haushaltsberatungen sorgsam überlegt werde, welchen Weg die Gemeinde in den kommenden Jahren einschlage: verstärkt zu sparen oder bewusst infrastrukturelle Maßnahmen anzugehen, um die Wirtschaft zu unterstützen. Aus der Mitte des Gemeinderats wurde dazu die Meinung vertreten, als Teil der öffentlichen Hand sich nicht zurückzunehmen, sondern Anreize zur Wirtschaftsbelebung zu schaffen.
Nach kurzer Diskussion nahm sodann der Gemeinderat den dargelegten Finanzzwischenbericht 2020 zur Kenntnis.
  1. Feststellung der Jahresrechnung 2019
A. Sachverhalt
Das Rechnungsergebnis der Gemeinde für das Jahr 2019 verbessert sich gegenüber der Planung.
Die geplante Kreditaufnahme in Höhe von 476.590 € wurde nicht in Anspruch genommen. Die Zuführung des Verwaltungshaushalts an den Vermögenshaushalt beträgt 878.472 €. Zum Zeitpunkt der Planung wurde von einer Zuführung in Höhe von lediglich 207.340 € ausgegangen.
Hohe Gewerbesteuereinnahmen und hohe Zuwendungen aus dem Länderfinanzausgleich trugen entscheidend zu einem positiven Ergebnis bei.
Der Schuldenstand der Gemeinde beläuft sich auf 31.12.2019 auf 112.500 €, was einer Pro-Kopf-Verschuldung von 55 Euro entspricht.
B. Beratung und Beschlussfassung
Bürgermeister Kuhn stellte fest, dass die Jahresrechnung für die Gemeinde sehr zufriedenstellend und solide ausfalle.
Aus dem Verwaltungshaushalt kann dem Vermögenshaushalt ein Betrag von deutlich über 800.000 € und damit ein Betrag der nicht verbrauchten Mittel des Vermögenshaushalts der allgemeinen Rücklage über 1,3 Mio. Euro zugeführt werden. Dies sei allerdings ein einmaliger Effekt, denn seither wurde nach dem kameralen Haushaltsrecht wesentliche Anteile als sog. Haushaltsausgabenreste im laufenden Jahr gebucht, die dann für die begonnenen Investitionen im neuen Jahr zur Verfügung standen.
Nach dem neuen Haushaltsrecht ist eine Übertragung der Mittel nicht mehr möglich, d.h. alle Ansätze für Investitionen sind in einer jährlichen Abgrenzung entsprechend dem jeweiligen Baufortschritt zu erfassen und im neuen Haushaltsjahr gänzlich neu zu veranschlagen. Eine Übertragung mittels Resten mit der Wirkung einer Belastung des alten Jahrs zugunsten des laufenden Jahres findet nicht mehr statt.
Nach den getätigten Großinvestitionen der Vorjahre mit der Modernisierung unserer Schule im Jahr 2017 und dem Umbau des Dorfhaus im Jahr 2018 seien im zurückliegenden Jahr nun verständlicherweise nicht mehr so hohe Investitionen geplant gewesen und es sind auch nicht alle Investitionen im Jahr 2019 tatsächlich angefallen. Die Themen betreutes Wohnen und Bau einer Arztpraxis, waren im Plan enthalten, konnten jedoch im Jahr 2019 noch nicht realisiert werden. Dennoch wurden im Jahr 2019 viele Baumaßnahmen in einer Gesamtsumme von 433.000 € getätigt: Die wichtigsten waren dabei
  • die Erschließung des Baugebiets Hirschrain-Nord, Erste Erweiterung
  • der Umbau des Dorfhauses mit der restlichen Abwicklung
  • der Breitbandausbau vom Dorfhaus ins Gewerbegebiet Gänsteich / Amalienhof
Große Zufriedenheit herrsche mit dem Abschluss des Verwaltungshaushaltes. Denn dieser schließt mit einer positiven Zuführungsrate an den Vermögenshaushalt in Höhe von rd. 878.000 € ab.
Ursächlich hierfür sind deutlich höhere Einnahmen, wie maßgeblich bei der Gewerbesteuer (hier ein Plus von rd. 400.000 €) und eine sehr sparsame Bewirtschaftung der Finanzmittel: um 46.000 € geringere Personalkosten, um 63.000 € geringere Unterhaltungskosten für den laufenden Betrieb und um 70.000 € geringere Umlagen an die Drittdienstleister. Allein bei diesen drei Positionen konnte für unsere Gemeinde ein Betrag von rund 180.000 € eingespart werden.
Die Basis für eine gute Ausgangslage für das neue Haushalts- Kassen- und Rechnungswesen sei durch diesen soliden Abschluss gelegt. Die Gemeinde werde diese Basis in den Folgejahren aber auch dringend benötigen, so der Bürgermeister.
Kämmerin Löhn stellte sodann dem Gemeinderat den Jahresabschluss im Einzelnen vor.
Abschließend dankte der Bürgermeister den Gemeinderäten und den Mitarbeitern der gesamten Verwaltung, insbesondere der VG-Kämmerei für die disziplinierte und sparsame Haushaltsführung im zurückliegenden Jahr.
Er sprach seinen Dank allen Bürgerinnen und Bürgern, die regelmäßig Steuern, Abgaben und Gebühren zahlen, aus. Er dankte für das Verständnis in der Bürgerschaft, dass die Gemeinde nur aufgrund dieser Einnahmen wichtige Aufgaben erfüllen könne, um für unsere Bürgerinnen und Bürger in das Gemeinwohl zu investieren und die hohe Lebens- und Wohnqualität in unserer Gemeinde zu sichern.
Das Gremium dankte sodann dem Bürgermeister und der Verbandskämmerin für den soliden Jahresabschluss 2019.
Nach weiterer kurzer Beratung stellte der Gemeinderat den Jahresabschluss einstimmig fest.
Jahresrechnung 2019 (122 KB)
  1. Änderung der Hauptsatzung
    hier: Sitzungen ohne persönliche Anwesenheit der Mitglieder im Sitzungsraum
A. Sachverhalt
Unter den Satzungen der Gemeinde nimmt nach ihrem Inhalt und ihrer Bezeichnung die Hauptsatzung einen besonderen Rang ein. Die Hauptsatzung gilt auch als sog. Verfassungsstatut der Gemeinde. Für die Gemeinde Bartholomä ist die Hauptsatzung eine bedingte Pflichtsatzung, weil sie schon deshalb erforderlich ist, da bei uns gleich zwei beschließende Ausschüsse auf Dauer eingerichtet sind.
Die Hauptsatzung ist die einzige Satzung, für die eine qualifizierte Mehrheit bei der Beschlussfassung im Gemeinderat erforderlich ist: sie muss mit der Mehrheit der Stimmen aller Mitglieder des Gemeinderates beschlossen werden. Sie bedarf keiner Genehmigung durch die Rechtsaufsichtsbehörde, sondern ist lediglich anzeigepflichtig.
Erst im Mai 2020 hatte der Gemeinderat die Hauptsatzung neu gefasst. Nun erkennt die Verwaltung weiteren Änderungsbedarf in Zusammenhang mit der Corona-Pandemie. Denn zu Beginn dieser Krise wurde § 37 a in die Gemeindeordnung für Baden-Württemberg neu aufgenommen. Demnach ist die Durchführung von Sitzungen des Gemeinderats ohne persönliche Anwesenheit der Gemeinderatsmitglieder im Sitzungsraum, also eine Sitzung bspw. in Form einer Videokonferenz möglich. Das Gesetz bestimmt jedoch, dass diese Form der Sitzung über den 31.12.2020 hinaus nur möglich ist, sofern dazu eine Regelung in der Hauptsatzung aufgenommen ist.
Ein weiterer Änderungsbedarf sieht die Verwaltung im Zusammenhang mit der Stellvertretung der Ausschussmitglieder und hat dazu eine Ergänzung der Satzung vorgeschlagen.
B. Beratung und Beschlussfassung
Der Vorsitzende legte dem Gemeinderat den Sinn und Zweck der Neureglung dar. In dem Zusammenhang ging er auf die technischen Gegebenheiten und die digitalen Voraussetzungen näher ein, die nun zeitnah geschaffen werden.
Nach kurzer Beratung beschloss der Gemeinderat einstimmig die vorliegende Änderung als Satzung.
Satzung zur Änderung der Hauptsatzung (100 KB)
  1. Wohnbaugebiet „Hirschrain-Nord, erste Erweiterung“
    - Zuteilung von Wohnbauplätzen
A. Sachverhalt
Im neuen Wohnbaugebiet „Hirschrain-Nord, erste Erweiterung“ wurden im ersten Abschnitt 18 Wohnbauplätze realisiert. In dem zweiten Abschnitt wurden zwischen Mai und August nun elf weitere Wohnbauplätze erschlossen. Der Grundstückspreis beträgt 145 €/m², erschlossen. Die Gemeindeverwaltung hatte alle ihr bekannten Bauplatzinteressenten schriftlich informiert, dass die Plätze an die interessierten Bauwilligen zugeteilt werden. Aufgrund der erstellen Zuteilungsliste und der Interessensbekundung lagen weitere Bewerbungen zur Zuteilung vor.
B. Beratung und Beschlussfassung
Der Gemeinderat nahm von der Liste der Bauinteressenten Kenntnis und teilte weitere Wohnplätze an Bauwillige zu.
  1. Kenntnisnahme der Beschlüsse des Technischen Ausschuss vom 27.10.2020 und des Verwaltungsausschusses vom 28.10.2020
Der Technische Ausschuss hat in seiner öffentlichen Sitzung am 27.10.2020 beraten und der Verwaltungsausschuss hat in öffentlicher Sitzung am 28.10.2020 getagt. Dabei haben die beiden Ausschüsse die nachfolgenden Beschlüsse gefasst, die dem Gemeinderat bekannt gegeben wurden:
I. Technischer Ausschuss
1. Baugesuche:
a. Neubau eines Einfamilienhauses mit Garage, Grundstück Flst.Nr. 34, Zum Turnerheim
Das Vorhaben befindet sich im ungeplanten Innenbereich, ein Bebauungsplan liegt nicht vor. Da sich die Planung nach Art und Maß der baulichen Nutzung in die Umgebung einfügt, hat der Technische Ausschuss das Einvernehmen erteilt.
b. Anlegung von Stellplätzen, Grundstück Flst.Nr. 97 und 97/2, Hauptstraße
Für die Anlegung von elf Stellplätzen wurde ein Bauantrag eingereicht. Der Technische Ausschuss hat dem Vorhaben zugestimmt.
2. Entwässerung des Niederschlagswassers der öffentlichen Wendeplatte am Württembergerweg
Am Württembergerweg besteht eine öffentliche Wendeplatte. Die Straße ist asphaltiert, das Niederschlagswasser des Wegs läuft in nordöstlicher Richtung einem Abwassereinlauf zu.
Im Frühjahr wurde festgestellt, dass der bestehende Einlauf keinen funktionierenden Anschluss an die öffentliche Kanalisation hat. Daher läuft das Niederschlagswasser nicht ordnungsgemäß ab; vielmehr ist aufgrund der Topografie vor allem das angrenzende private Grundstück tangiert, auf das regelmäßig das „öffentliche“ Niederschlagswasser läuft.
Um eine ordnungsgemäße Entwässerung darzustellen, gibt es zwei Möglichkeiten:
1. Die Herstellung eines neuen Kanalanschlusses vom derzeitigen Entwässerungsschacht an die öffentliche Kanalisation.
2. Die Herstellung eines Regenrückhalts durch ein Mulden-Rigolen-System (MRS). Für diese Lösung lag dem Gremium ein ausgearbeiteter Vorschlag des Ing.Büro Kolb, Steinheim, vor.
Der Technische Ausschuss hat sich nach eingehender Beratung dafür ausgesprochen, dem Vorschlag eines Mulden-Rigolen-Systems nicht näher zu treten. Da damit ein Eingriff in die bestehende Wendeplatte verbunden wäre und das System an der Stelle eher deplatziert wirkt hat sich das Gremium dafür ausgesprochen, das Niederschlagswasser über einen neu zu verlegenen Kanalanschluss abzuleiten.
II. Verwaltungsausschuss
1. Medienentwicklung Laubenhartschule
hier: WLAN und Anschaffung IPads

Die Laubenhartschule hat die jüngst von der Gemeinde angeschafften 35 iPads in den Schulalltag hervorragend integriert. Um die Digitalisierung an Schulen weiter voranzutreiben, stellt das Land Baden-Württemberg weitere Pakete für dieses Thema zur Verfügung.
Diese Pakete setzen sich wie folgt zusammen:
  • Ländlicher Finanzausgleich (FAG)
    stützt sich auf den Medienentwicklungspunkt der Laubenhartschule
    → 14.137,72 EUR - davon trägt 20 % die Gemeinde
  • DigitalPakt Schule
    IT-Ausstattung und Vernetzung
    → 35.520,00 EUR - davon trägt 20 % die Gemeinde
  • Sofort Ausstattungsprogramme
    Leihgeräte an Schüler / Lehrer – Ausstattung Online-Lehrangebote
    → 8.754,00 EUR – davon müssen bis 31.12.2020 – 4.377,00 EUR in Anspruch genommen werden
Um weitere Möglichkeiten zu schaffen, wurden ein Angebot der acs alpha computer sales über 9 iPads, inkl. Software und Zubehör, eingeholt.
Aufgrund der Tatsache, dass im Schulalltag für mögliche Schwierigkeiten nur ein Ansprechpartner hinterlegt sein sollte, die Firma acs bei der Ausschreibung der o.g. iPads bereits als wirtschaftlichster Anbieter hervorging, wurde auf die Einholung weiterer Angebote verzichtet.
Diese Anschaffung kann über den Topf „Sofort Ausstattungsprogramm“ – ein Förderprogramm des Bundes mit dem Land Baden-Württemberg – abgedeckt werden. Dieser Topf ist ohne Gemeindeanteil.
Sodann soll das WLAN der Laubenhartschule ausgebaut werden. Dies wurde bereits im Medienentwicklungsplan vorgestellt. Diesbezüglich wurden zwei Angebote eingeholt:
1. Angebot 1: Computel, Bartholomä – in Höhe von 2.430,66 €
2. Angebot 2: in Höhe von 3.000 €
Die Anzahl der Accesspoints kann nicht vorab festgelegt werden. Es muss getestet werden, ob die drei Accesspoints ausreichend wären für die Anzahl der Geräte die über das WLAN eingeloggt werden. Dies sind pro Klasse ca. 30 Geräte.
Der Verwaltungsausschuss hat nach sehr ausführlicher Beratung und nach Anhörung der Schulleitung einstimmig die Vergaben über die 9 iPads und über den WLAN-Ausbau getätigt.
2. Kultur / Kunst, Ortsgeschichte und Brauchtum Arbeitskreise der Gemeinde
In Bartholomä mit etwas mehr als 2.000 Einwohnern bestehen 22 eingetragene Vereine und eine große Anzahl weiterer Gruppen und Kreise, die kirchlich, sozial, karitativ, kulturell, gesellschaftlich, usw. arbeiten. Es bestehen hier Arbeitskreise, die sich im kultur- und kunst-/ historischem Bereich für die Gemeinde engagieren und kommunale Aufgaben erfüllen, die ansonsten die Gemeinde selber erledigen sollte: Der Arbeitskreis der Museums-Amalienhof-Rentner, das Roßtagsteam, den Arbeitskreis Ortsgeschichte Bartholomä und den Arbeitskreis Kunst und Kultur. Bei einer gemeinsamen Vorbesprechung mit den Mitarbeitern der Arbeitskreise wurde detailliert verschiedene Themen besprochen, u.a. dass die gesamte Ein- und Ausgaben ausschließlich über die Gemeinde laufen. Ebenso wurde der Wunsch des Museums und des Arbeitskreis Kunst und Kultur bezüglich einer stärken Öffentlichkeitsarbeit und Wahrnehmung z.B. über die inhaltliche Darstellung auf der Homepage besprochen. Der Arbeitskreis Ortsgeschichte hat eine ganze Reihe an Sammlungen wertvoller historischer Gegenstände, Schriftstücke, Bilder usw. zur Geschichte unserer Gemeinde und sucht dazu einen geeigneten Aufbewahrungsraum.
Nach der kurzen Vorstellung über die Arbeit dankte der Verwaltungsausschuss den ehrenamtlichen Mitgliedern der Arbeitskreise und stimmte zu, dass die Homepage der Gemeinde Bartholomä für ihre Inhalte zur Verfügung stehe. Diese wird entsprechend überarbeitet und erhält einen eigenen „Reiter“ (z.B. „Brauchtum“).
Eine Räumlichkeit für die wertvollen historischen Dokumente des Arbeitskreises zur Ortsgeschichte kann kurzfristig, jedoch befristet im alten Rathaus genutzt werden – mittel- bzw. langfristiges Ziel ist es, die historischen Exponate usw., ggfs. im Museum unterzubringen.
3. Seniorenadventsfeier der Gemeinde
- Entscheidung über die Durchführung

Der Verwaltungsausschuss hat nach Beratung bestätigt, dass aufgrund der derzeitigen Corona-Bestimmungen eine Durchführung des Seniorenadvents am 13.12.2020 nicht möglich ist. Statt dessen werden an alle Senioren in der Gemeinde kleine Weihnachtsgeschenke verteilt.
  1. Verschiedenes/Bekanntgaben
Bei diesem Tagesordnungspunkt informierte der Bürgermeister über eine organisatorische Änderung der Zuständigkeiten innerhalb der Verbandskämmerei der Verwaltungsgemeinschaft Rosenstein. So übernehme die seither für Bartholomä eingesetzte Kämmerin Monika Löhn die Finanzzuständigkeit für die Stadt Heubach, während der dort seither zuständige Kämmerer, Thomas Kiwus, ab sofort für Bartholomä verantwortlich werde. Der Bürgermeister dankte sodann Frau Löhn herzlich für Ihre kompetente und engagierte Arbeit für die Gemeinde Bartholomä und wünschte ihr namens der Gemeindeverwaltung und des Gemeinderats für ihre neue Aufgabe alles Gute.
 
Ende der öffentlichen Sitzung um 19.40 Uhr. Eine nicht-öffentliche Sitzung mit fünf Tagesordnungspunkten schloss sich an.
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