Liebe Bürgerinnen und Bürger, liebe Bartholomäer,
Pfingsten, so wie wir es kennen, war in den vergangenen Jahren auch die Zeit von Urlaub und Reisen. Viele haben in den vergangenen
Jahren die freien Tage zum Urlaub am Strand oder in den Bergen verbracht und haben diese Zeit zum Zweiturlaub genommen, wenn nicht
gar zum eigentlichen Jahresurlaub.
In diesem Jahr ist vieles anders. Wir können momentan noch nicht frei reisen. Da typische Urlaubsziele am Mittelmeer oder in den
Alpen nicht erreichbar sind, entdecken wir wieder unsere Heimat und erkennen, dass es bei uns ganz schön ist.
Corona „zwingt“ uns, dass wir zuhause bleiben. Das wussten wir schon. Dass wir uns wieder mit unserer schönen Heimat,
unserem eigenen Land befassen, ist hingegen eine neue Qualität. Das muss kein Zwang und braucht nicht nachteilig sein, auch wenn
viele die Sehnsucht nach „bella Italia“ umtreibt. Ich bin überzeugt, das ist uns nicht für immer genommen. Wir werden
bald schon auch diese Reisefreiheiten haben.
Dank der durchaus positiven Entwicklung der Infektionszahlen haben wir in den zurückliegenden Wochen mehr und mehr Freiheiten und
Lockerungen erfahren: die Bolzplätze und Sportplätze sind wieder geöffnet, Gaststätten und -höfe, Hotels und Ferienwohnungen sind
in Betrieb, die privaten Kontakte sind mit bis zu 10 Personen möglich. Doch viele Lebensbereiche brauchen weitere Lockerungen, die
Schulen z.B. und infolge dessen auch die Kindergärten. Hoffentlich auch bald private und öffentliche Veranstaltungen.
Wie vielfältig und ausdifferenziert unser Land bei dieser Öffnung vorgeht, zeigt die Tatsache, dass es zu den unterschiedlichen
Lebensbereichen mehr als 20 verschiedene Corona-Verordnungen gibt – jede mit Regel- und Ausnahmetatbeständen und mit sich
ständig verändernden Fortschreibungen. Da ist's echt nicht leicht, den Überblick zu behalten, zumal in so vielen Regelungen auch
Widersprüchlichkeiten enthalten sind.
Im Kern haben wir alle in den vergangenen Wochen verstanden, dass drei Punkte elementar wichtig sind: es geht um den Abstand, es
geht um die Hygiene und es geht dort, wo viele auf engem Raum zusammenkommen, um den Mund- und Nasenschutz. Sehr viele Menschen
halten sich daran. Der ganz große Teil der Menschen ist achtsam und geht sehr verantwortungsvoll um. Dafür bin ich sehr dankbar.
Ich würde mir wünschen, dass Bund und Land und die hohe Politik einen vernünftigen, transparenten, verständlichen, also schlicht
einen einfachen Rahmen vorgibt und sagt, was gilt. Pfingsten – und damit das Wirken des Hl. Geists wäre dazu ein guter
Anlass.
Bleiben Sie gesund.
Ihr
Thomas Kuhn
Bürgermeister