Aus Bartholomä

Die Bedeutung der CO2-Bepreisung für Bürgerinnen und Bürger
18.06.2021
Hintergrund
Wenn wir fossile Brennstoffe wie Erdöl, Erdgas oder Kohle nutzen, hat dies massive Auswirkungen auf Klima und Umwelt. Schon jetzt ist der Klimawandel deutlich spürbar und bedroht unsere Lebensgrundlagen. Deshalb hat die Weltgemeinschaft u.a. im Pariser Klimaabkommen Ziele zur Abwendung der Klimakrise definiert. Die Erderwärmung soll demnach auf deutlich unter 2°C gesenkt werden. Dieses Ziel ist nur mit einer Klimaneutralität bis 2045 erreichbar. Dazu müssen alle Sektoren (z.B. Energiewirtschaft, Industrie, Gebäude, Verkehr, Landwirtschaft) ihren Beitrag leisten.
Mit dem Europäischen Emissionshandel wurde im Jahr 2005 für die Energiewirtschaft und viele Bereiche im Industriesektor ein preislicher Anreiz zur Einsparung von CO2 geschaffen. Allerdings fehlte außerhalb dieses Systems ein solcher Anreiz. Diese Lücke wurde nun mit der CO2- Bepreisung (auch Kohlenstoffpreis genannt) geschlossen, die am 01.01.2021 in Kraft trat. Unternehmen, die fossile Brennstoffe wie Benzin, Diesel, Heizöl und Erdgas in Verkehr bringen, müssen nun Emissionsrechte in Form von Zertifikaten kaufen. Der CO2-Preis betrifft somit vor allem die Bereiche Wärme (also Gebäude) und Verkehr. Im Gegensatz zum Europäischen Emissionshandel, der direkt an das Emittieren von CO2 anknüpft, fokussiert die CO2-Bepreisung auf das Inverkehrbringen fossiler Brenn- bzw. Heizstoffe, die später bei der Nutzung zu Emissionen führen.
Begonnen wird mit einem moderaten Preis von 25 Euro pro ausgestoßener Tonne CO2. Bis 2025 soll sich diese Abgabe sukzessive auf 55 Euro pro Tonne CO2 erhöhen. Man startete bewusst mit einem sehr niedrigen CO2- Preis, um diejenigen nicht zu stark zu belasten, für die noch keine klimaschonenden Alternativen zur Verfügung stehen oder die erst vor kurzem auf eine Technologie umgerüstet haben, die noch auf fossiler Energie basiert. Vielmehr ist es das Ziel, zukünftige Kaufentscheidungen über die Entwicklung der Energiepreise und mit Hilfe eines langsam ansteigenden CO2-Preises in Richtung klimafreundlicher Alternativen zu lenken.
Was bedeutet die CO2-Bepreisung für Bürgerinnen und Bürger?
Den zusätzlichen CO2-Preis, der nun für fossile Brennstoffe fällig wird, werden die Unternehmen an die Endverbraucher weitergeben. Konkret werden Bürgerinnen und Bürger den Preisaufschlag für klimaschädliches CO2 dementsprechend an der Zapfsäule beim Tanken und beim Heizen mit fossiler Energie in den eigenen vier Wänden bemerken. Allerdings erfolgt die Bepreisung in kleinen Schritten und Jede/r kann für sich in Ruhe überlegen, welche klimafreundlichen Alternativen in Zukunft in Frage kommen.
Die folgende Abbildung zeigt die vorgesehene Preisstaffelung:
Wie werden Bürgerinnen und Bürger entlastet bzw. welche Fördermaßnahmen sind vorgesehen?
Damit niemand finanziell zu stark belastet wird, hat die Bundesregierung verschiedene Maßnahmen zur Entlastung vorgesehen:
Strompreis
  • Die EEG-Umlage wird durch die Einnahmen aus der CO2-Bepreisung schrittweise gesenkt, sodass die Strompreise insgesamt günstiger werden
Wohngeld
  • Für Geringverdienende wurden die Mittel für das Wohngeld um 10 Prozent erhöht, um soziale Härten zu vermeiden
Individualverkehr
  • Um Pendlerinnen und Pendler sowie Menschen in ländlichen Regionen, die auf das Auto angewiesen sind, nicht zu stark zu belasten, wurde die Entfernungspauschale ab dem 21. Kilometer von derzeit 30 auf 35 Cent angehoben (befristet bis zum 31.12.2026)
  • Der Bund fördert dem Umstieg auf E-Fahrzeuge inkl. Ladeinfrastruktur durch umfangreiche Zuschüsse. Hinzu kommen erhebliche steuerrechtliche Anreize in Bezug auf Kfz-Steuer und Dienstwagenbesteuerung. Plug-in-Hybridfahrzeuge sind ebenfalls in der Förderung enthalten
ÖPNV und Radverkehr
  • Die Finanzmittel für den ÖPNV werden erhöht
  • Die Leistungsfähigkeit und die Attraktivität der Schieneninfrastruktur werden durch Bereitstellung von 86 Milliarden Euro bis 2030 erhöht. Die Senkung des Mehrwertsteuersatzes für Bahnfahrten von 19 auf 7 Prozent bleibt bestehen
  • Zusätzliche Mittel für den Ausbau der Radinfrastruktur werden bereitgestellt
  • Weitere Fördermaßnahmen, die den ÖPNV und die E-Mobilität betreffen, wurden im Rahmen des Corona-Konjunkturpakets beschlossen
Energetische Gebäudesanierung
  • Mit dem Klimaschutzprogramm 2030 wurde beschlossen, die energetische Gebäudesanierung attraktiver auszugestalten. So wurden beispielsweise die Fördersätze des Bundesprogramms für Energieeffizienzverbesserungen und Heizungserneuerung um durchschnittlich 10 Prozent erhöht. Dazu gehört z.B. der Einbau von Solarkollektoren, der mit bis zu 30 Prozent der Kosten gefördert wird. Eine Umstellung einer alten Heizungsanlage auf eine effiziente Wärmepumpenanlage wird sogar mit 35 Prozent der Kosten gefördert. Für viele weitere energetische Einzelmaßnahmen gibt es einfach zugängliche steuerliche Förderungen
Fazit
Die Einführung der CO2-Bepreisung führt nochmals vor Augen, dass Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels dringend erforderlich sind und keine Zeit zu verlieren ist. Nur mit derartigen Instrumenten können wir die Ziele des Pariser Klimaabkommen erreichen - nicht zuletzt, um die Lebensgrundlagen für zukünftige Generationen zu erhalten. Und für den Einzelnen wird es nun noch interessanter als bisher, den Einsatz klimafreundlicher Alternativen im eigenen Umfeld zu prüfen und nach individuellen Maßgaben auszugestalten. Packen wir es gemeinsam an.
Wo kann ich mich über individuelle Sanierungsmaßnahmen informieren?
ie können direkt mit dem Sanierungsmanager, Herrn André Ludwig von der Tilia GmbH, in Kontakt treten und Ihre Fragen stellen. Schreiben Sie einfach eine Mail an André Ludwig.
Wir freuen uns jederzeit über ihre Anregungen und den aktiven Dialog mit Ihnen.
Bleiben Sie gesund.
Ihr Sanierungsmanager
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