Neues vom Sanierungsmanager – Der Klimaschutz bei den Sondierungsgesprächen der Bundesregierung
05.11.2021

Nach der Bundestagswahl am 26.09.2021 starteten
Sondierungsgespräche zwischen mehreren Parteien. Auf Grund der höchsten inhaltlichen Übereinstimmungen wurden die
Sondierungsgespräche zwischen den Parteien SPD, Bündnis 90/Grünen und der FDP vertieft fortgeführt. Die Eckpunkte der Ergebnisse
der Sondierungsgespräche, auf deren Grundlage am 27.10.2021 die Koalitionsgespräche in 22 Arbeitsgruppen begonnen haben, wurden am
15.10.2021 veröffentlicht. In dem Eckpunktepapier wurde deutlich, dass der Klimaschutz einen hohen Stellenwert für die kommende
Regierung haben wird. Doch was soll genau im Bereich Klimaschutz beschlossen werden und wo gibt es noch Unstimmigkeiten? Bei den
Sondierungen standen folgende Klimaschutzthemen auf der Agenda:
CO2-Preis
Der bislang gültige CO2-Preis liegt momentan bei 25 € pro Tonne CO2 und soll schrittweise bis zum Jahr 2025 auf 55 €
pro Tonne steigen. Alle Koalitionspartner wollen an dem Prinzip der CO2-Bepreisung festhalten, allerdings gibt es laut den
Wahlprogrammen der Parteien Unterschiede darüber, wie hoch der Preis sein sollte und wie er festgelegt werden soll.
Während Bündnis 90/die Grünen einen deutlich höheren CO2-Preis als den bislang angedachten anstreben, würde die FDP gerne den
Emissionspreis nicht gesetzlich, sondern mit Hilfe des Emissionshandels bestimmen. Dieser Vorschlag wird aber wiederum von der
SPD abgelehnt, da es bei einer marktbasierten Preisbestimmung zu sprunghaften Anstiegen und damit zu Belastungen für die
Verbraucher kommen könnte.
Sozialer Ausgleich
Alle drei Parteien möchten Verbraucher von hohen Energiekosten entlasten z.B. in dem die EEG-Umlage nicht mehr auf die Verbraucher
umgelegt wird. Grüne und FDP möchten außerdem die Einnahmen aus dem CO2-Preis in Form eines Klimaschecks an die Bevölkerung
zurückgeben, damit ärmere Bevölkerungsgruppen von der Bepreisung nicht so stark belastet werden. Problematisch dabei könnte sein,
dass die Einnahmen aus dem CO2-Preis von einigen Politikern bereits ebenso für Investitionen in Klimaschutzmaßnahmen (Bahnausbau,
Ausbau erneuerbarer Energien, etc.) vorgesehen waren. Wenn die in den Wahlprogrammen angekündigten Investitionen umgesetzt werden
sollen, müssten für höhere Investitionen noch weitere Finanzierungsquellen erschlossen werden.
Kohleausstieg
Die Koalitionspartner möchten alle den Ausbau von erneuerbaren Energien vorantreiben und an dem Gesetz zur Stilllegung der
Kohlekraftwerke festhalten. Allerdings möchten die Partei Bündnis 90/Die Grünen laut Wahlprogramm den so genannten
„Kohleausstieg“, der derzeit für 2038 geplant ist, vorziehen. Wird die gesetzliche Pflicht zur Stilllegung der
Kohlekraftwerke allerdings verkürzt, müssten Entschädigungen an die Betreiber gezahlt werden. Es besteht jedoch die Chance, dass
der Betrieb von Kohlekraftwerken durch einen hohen CO2-Preis unwirtschaftlich wird und sie deshalb vor 2038 freiwillig von den
Betreibern stillgelegt werden.
Verkehr
Die Grünen haben in ihrem Wahlprogramm ein Verbot für die Zulassung von Fahrzeugen für Verbrennungsmotoren ab 2030 gefordert und
ein Tempolimit auf Autobahnen von 130 km/h. Beide Ziele sind jedoch nicht mit den Wahlversprechen der FDP vereinbar, weshalb in
diesem Bereich Konfliktpotenzial besteht.
Es wird also voraussichtlich viel passieren in Sachen Klimaschutz in den kommenden vier Jahren. Ob es ausreicht, um die von der
Bundesregierung angestrebte Klimaneutralität bis zum Jahr 2045 zu erreichen wird sich in den kommenden Jahren zeigen.
Sie haben noch Fragen zu Energiethemen und Klimaschutz?