Grußwort des Bürgermeisters
10.06.2022
zum Jubiläum der 20-jährigen Gemeindepartnerschaft zwischen Casola Valsenio und Bartholomä
Sehr geehrte Bürgerinnen und Bürger,
liebe Bartholomäerinnen und Bartholomäer,
im Jahr 2002 wurde zwischen den Gemeinden Casola Valsenio und Bartholomä durch beidseitige Unterzeichnung der Urkunde eine
offizielle Partnerschaft gegründet.
Beide Gemeinden haben sich vor 20 Jahren versprochen, vertrauensvolle, partnerschaftliche Beziehungen zu pflegen, um damit einen
Beitrag zu Verständigung unter den Menschen in Deutschland und Italien zu leisten.
Damals wurde ein hehrer Vorsatz, ein großes Ziel auf dieser Partnerschaftsurkunde dokumentiert. Wer wusste vor zwanzig Jahren, ob
eine solche Partnerschaft, eine solche Verständigung gelingen kann? Wer konnte damals sagen, ob wir wirksam an dem „Haus
Europa“ mitbauen können? Es gab damals nicht bloß positive Stimmen. Einzelne stellten eines solchen Unterfangen auch infrage.
Und heute nach zwanzig Jahren?
Ich meine, dass diese Partnerschaft zwischenzeitlich zu einem festen, wie auch guten Bestandteil unseres Gemeindelebens geworden
ist. Diese Partnerschaft hat viel Gutes bewirkt: Bartholomäerinnen und Bartholomäer benennen Freundinnen und Freunde in Italien!
Viele unserer Bürger fahren regelmäßig zu Austauschen und Begegnungen nach Casola und umgekehrt. Schüleraustausche haben
stattgefunden, unsere Jugendliche sind nach Casola gefahren, junge Menschen aus Casola Valsenio haben uns in Bartholomä besucht.
Manche von uns lernen die italienische Sprache, einige sprechen sie sogar. Menschen aus unseren beiden Gemeinden treffen sich
regelmäßig zum Feiern, zum gemeinsamen Kochen und Essen, tauschen sich gegenseitig aus, diskutieren, wandern, singen gemeinsam,
tanzen, erleben Kultur und Literatur, machen Sport, fahren Rad, gemeinsam Ski oder Motorrad. Vieles von dem ist organisiert und
initiiert durch den im Jahr 2005 gegründeten Partnerschaftsverein „Amici di Casola“ (Freunde von Casola), in dem sich
mehr als 100 Menschen ganz großartig engagieren. Auf Casolaner Seite hat sich gleichfalls ein solcher Verein für die Anliegen der
Gemeindepartnerschaft gegründet. Dorothee Bulling aus Bartholomä hat ihr Glück in unserer Partnergemeinde gefunden und gemeinsam
mit ihrem Partner Simone leben sie mit ihrem vierjährigen Sohn Fabio als Familie in Casola. Seit dem Jahr 2012 besteht an unserer
Hauptstraße ein „Piazza Casola Valsenio“, der Casolaplatz, ein kleiner Kräutergarten, der auf Vorschlag durch unsere
Partnergemeinde angelegt wurde. In Casola wurde ein gemeinsamer Friedensweg ausgeschildert. Der Gemeinderat besuchte bereits die
Partnergemeinde und interessiert sich für die dortige (Kommunal-)Politik. In Krisenzeiten stehen sich die Menschen und die
Gemeinden gegenseitig bei, unterstützen sich, wie im Jahr 2015, als in Casola durch einen Erdrutsch u.a. das gemeindeeigene
Sportgelände zerstört wurde.
Nach zwanzig Jahren der unterschriebenen Urkunden, kann ich feststellen, dass sehr vieles von dem Wirklichkeit geworden ist, was in
der Urkunde steht.
Die Partnerschaft mit Casola Valsenio hat uns in Bartholomä bereichert. Es war gut, es war richtig, diesen Vertrag zu schließen und
diese Partnerschaft zu gründen. Hätten Bürgermeister Georg Haas und Bürgermeister Giorgio Sagrini die Urkunden nicht unterzeichnet,
uns hätte ein wesentlicher Teil unseres Gemeindelebens gefehlt.
Daher sage ich allen ein ganz herzliches Dankeschön, die sich um diese Partnerschaft in unseren Gemeinden eingesetzt haben und
einsetzen. Grazie. Es sind die Menschen in unseren beiden Gemeinden, es sind vor allem die Mitglieder in den beiden
Partnerschaftsorganisationen, die diese Freundschaft mit ganz viel Leben füllen. Und damit sind sie es, die einen wertvollen
Beitrag leisten, inmitten von Europa über Grenzen hinweg eine friedvolle, vertrauensvolle, freie und demokratische Gesellschaft zu
gestalten.
Das jedenfalls ist ein ganz wesentlicher Grund für diese Partnerschaft. Verbunden mit meinem Dank für dieses wertvolle Engagement,
bin ich stolz auf unserer Partnerschaft, die es geschafft hat und weiterhin leistet, einen Beitrag zu dem „Haus Europa“
zu geben.
Ihr
Thomas Kuhn
Bürgermeister