Aus Bartholomä

 Warum steigt der Gaspreis und was kann ich dagegen tun?
13.05.2022
Wohl fast alle von Ihnen haben es aus den Medien und einige von Ihnen wahrscheinlich schon „am eigenen Leib“ erfahren. Der Gaspreis (mit „Gaspreis“ ist hier der Preis für natürliches Erdgas gemeint) ist in den letzten Monaten massiv angestiegen, der Börsenpreis ist knapp doppelt so hoch wie im Vorjahr. Darunter leiden viele Eigentümer von Gasheizungen, Mieter, deren Wohnung mit erdgasbasierten Anlagen beheizt wird und Unternehmen. Doch warum steigt der Gaspreis, wann wird er wieder sinken und was kann ich als Verbraucher tun, um die Kosten zu senken? Das Bartholomäer Sanierungsmanager-Team fasst die wichtigsten Informationen für Sie zusammen:
Gründe für den gestiegenen Gaspreis
1. Erhöhte Nachfrage nach Erdgas
Nachdem die Maßnahmen, die auf Grund der Corona-Pandemie erlassen wurden, zurückgefahren wurden, stieg die Nachfrage nach Produkten und Dienstleistungen wieder und damit auch die Nachfrage nach Gas.
Hinzu kommt auf internationaler Ebene eine verstärkte Nachfrage von Ländern aus dem asiatischen Raum, wie zum Beispiel China. Auch hier sollen die Treibhausgasemissionen gesenkt werden und dies geschieht häufig durch eine Umstellung von Kohle- auf Gaskraftwerke.
Diese hohe Nachfrage trifft in Deutschland auf eine Situation, in der nach einem langen Winter 2020/2021 die Gasspeicher kaum gefüllt sind. Dementsprechend sind Gasvorräte in Deutschland knapper und damit der Gaspreis höher als gewöhnlich.
2. Höhere Abgaben und Entgelte
Neben dem Börsenpreis beim Erdgas sind auch die Abgaben und Entgelte für Haushalte gestiegen. Die Netzentgelte in Baden-Württemberg liegen ungefähr 1 % über dem Vorjahr, der CO2-Preis liegt mit 0,65 ct/kWh etwa 20 % über dem Vorjahr und soll auch in den kommenden Jahren weiter steigen. Insgesamt sind aktuell etwa ein Drittel des Gaspreises für Haushaltskunden Steuern und Abgaben.
3. Politische Gründe
55 % des deutschen Erdgasbedarfs wird aus Russland gedeckt. Dementsprechend haben die aktuellen politischen Spannungen mit Russland einen erheblichen Einfluss auf den Gaspreis.
Bereits Ende 2021 verkaufte der russische Konzern Gazprom 20 % weniger Erdgas nach Deutschland, was die Preise ansteigen ließ. Seit Beginn des völkerrechtswidrigen Angriffskrieges Russlands gegen die Ukraine am 24.02.2022 wurden weitreichende Sanktionen gegen Russland erlassen. Seitdem steigt an der Börse die Erwartung, dass durch ein Embargo von Seiten der EU oder einen Stopp der Gaslieferungen durch Russland das Gas in Deutschland knapper werden könnte. Bislang lehnt die deutsche Bundesregierung aber ein Embargo gegen russisches Gas ab.
Was sind die Prognosen für den Gaspreis?
Wie sich der Börsenpreis für Erdgas genau entwickelt, ist schwer vorauszusagen, da es von vielen politischen Entwicklungen abhängt. Experten gehen jedoch davon aus, dass der Gaspreis, abgesehen von kurzen wetterbedingten Entspannungen im Sommer, auch langfristig hoch bleiben wird. Grund dafür ist zum einen die Prognose, dass die politischen Spannungen mit Russland voraussichtlich noch länger anhalten werden und es Jahre braucht, um die Abhängigkeit von russischem Gas in Deutschland zu reduzieren. Zum anderen wird der Gaspreis mittelfristig auch durch den zunehmenden CO2-Preis steigen.
Was kann ich tun, um Kosten zu senken?
Für Gebäudeeigentümer lohnt sich in vielen Fällen eine energetische Sanierung des Hauses, um den Wärmebedarf und Energiekosten zu reduzieren. Wie viel im Einzelfall eingespart werden kann, kann durch Online-Sanierungsrechner (wie zum Beispiel  www.sanierungskonfigurator.de) ermittelt werden.
Sollte Ihr Haus über eine erdgasbasierte Wärmerzeugung beheizt werden, empfehlen wir den Umstieg auf eine erneuerbare Wärmeerzeugung. Hier bieten sich zum Beispiel Luftwärmepumpen, Pelletheizungen oder die Nutzung von Geothermie an.
Auch wenn Sie Mieter sind, haben Sie die Möglichkeit über energieeffizientes Verhalten Ihre Energiekosten zu senken. Tipps zum Energiesparen finden Sie auf zahlreichen Seiten im Internet, wie zum Beispiel unter  energiespartipps.de.
Sie haben Fragen?
Sie können direkt mit unserem Bartholomäer Sanierungsmanager, Herrn André Ludwig von der Tilia GmbH, in Kontakt treten und Ihre Fragen stellen. Schreiben Sie einfach eine Mail an Herrn André Ludwig.
Für eine individuelle kostenfreie Beratung kontaktieren Sie gerne die Energie- und Klimaschutzberatung des Ostalbkreises ( www.energiekompetenzostalb.de).
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