Aus Bartholomä

 Die Bedeutung der Solarpflicht
03.06.2022
Hintergrund
Aufgrund ehrgeiziger Ziele der Ampel-Regierung, den Anteil erneuerbarer Energien am Strommix bis zum Jahr 2030 auf 80% zu steigern (zum Vergleich lag der Anteil bei 41 % im Jahr 2021) und beschleunigt durch steigende Energiepreise wegen des Ukraine-Kriegs, gewinnt die Energieerzeugung aus Erneuerbaren immer mehr an Bedeutung. Dabei spielt vor allem der Ausbau der Wind- und Solarenergie eine wichtige Rolle. Mit Hilfe der erneuerbaren Energien kann Deutschland nach und nach unabhängiger von Öl- und Gasimporten werden sowie die Kohlekraftnutzung zurückfahren - was wiederum ein wichtiger Baustein ist, die Klimaziele zu erreichen. In diesem Zusammenhang soll die Erderwärmung gemäß dem Übereinkommen von Paris auf 1,5 Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit begrenzt werden. Um das zu erreichen hat die deutsche Bundesregierung beschlossen, den Ausstoß von Treibhausgasen um 65 % bis 2030 zu reduzieren (vgl. Bundes-Klimaschutzgesetz). In Baden-Württemberg soll bis 2040 sogar die Klimaneutralität erreicht sein.
Wege zur Zielerreichung
Um die ambitionierten Klimaschutzziele zu erreichen und der Unabhängigkeit von Öl, Gas und Kohle entgegenzusteuern, wird neben dem Ausbau der Windkraft auch eine bundesweite Solarnutzungspflicht diskutiert. In Baden-Württemberg gibt es sie bereits seit 1. Mai 2022. Die Solarpflicht oder genau genommen die Photovoltaik-Pflicht sieht vor, dass alle Neubauten von vornherein mit Photovoltaikanlagen geplant und errichtet werden. Die PV-Pflicht muss dementsprechend nun von allen Bauherrinnen und Bauherren in ihren Bauanträgen berücksichtigt werden. Seit Januar 2022 galt die PV-Pflicht bereits für den Bau von Nichtwohngebäuden wie etwa Hallen oder Firmendächer sowie offenen Parkplätzen ab 35 Stellplätzen.
Eine PV-Nachrüstung soll bei Bestandsimmobilien im Rahmen einer umfassenden Dachsanierung ab Januar 2023 verpflichtend werden.
In Bezug auf die Wärmeversorgung im Eigenheim sowie in allen Nichtwohngebäuden wie Hotels, Kitas, Restaurants usw. ist in Baden-Württemberg bereits mit dem Erneuerbare-Wärme-Gesetz 2015 (EWärmeG BW) geregelt, dass mit mindestens 15 % erneuerbaren Energien geheizt werden muss, wenn eine Neugestaltung der Heizungsanlage geplant ist.
Warum ist eine Solarpflicht sinnvoll?
Laut statistischem Landesamt Baden-Württemberg wurden von 2016 bis 2020 etwa 14.300 Wohngebäude neu errichtet. Experten schätzen, dass davon etwa 80 % der Dachflächen für die Solarnutzung geeignet sind. Und das gilt auch für die Dachflächen von Bestandsgebäuden (BADEN-WÜRTTEMBERG 2022). Entscheidend ist vor allem das Ausbautempo. Prof. Dr. Quaschning von der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin und Experte für regenerative Energien, Energiewende und Klimaschutz fasst das eindrucksvoll zusammen: „Wollen wir das Pariser Klimaschutzabkommen einhalten und damit die Lebensgrundlagen unserer Kinder bewahren, müssen wir das Ausbautempo der Photovoltaik in Deutschland mehr als vervierfachen. In Städten wie Berlin wird gerade einmal ein Prozent der geeigneten Dächer genutzt." (AROUNDHOME 2022)
Von der Theorie in die Praxis: Wie gelingt die Umsetzung der Photovoltaik-Pflicht?
Damit die Umsetzung einer PV-Pflicht bundesweit effektiv umgesetzt werden kann, müssen Marktbarrieren rasch abgebaut und bürokratische Prozesse wie Anschlüsse ans Netz, Planungs- und Genehmigungsverfahren sowie Zertifizierungen drastisch beschleunigt werden. Zudem muss das Gebäudeenergiegesetz (GEG) angepasst werden. Da die Solarenergienutzung umweltfreundlich ist, stehen grundsätzlich diverse Fördergelder und Finanzierungsmöglichkeiten zur Verfügung. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bietet beispielsweise einen zinsgünstigen Kredit für die Errichtung, Erweiterung und den Erwerb von Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien an. Dabei werden neben der Anschaffung auch die Kosten für Planung, Projektierung und Installation von Photovoltaikanlagen gefördert. Eine Voraussetzung ist, dass Sie einen Teil Ihres erzeugten Stroms einspeisen (AROUNDHOME 2022). In Baden-Württemberg haben zudem viele Städte und Gemeinden eine Solaroffensive gestartet und bieten eigene Förderprogramme an. Es handelt sich dabei maßgeblich um Zuschüsse oder Förderpauschalen. Um allerdings die steigende Nachfrage an PV-Anlagen zukünftig auch bedienen zu können, muss auch die Branche der Solarteure wachsen – definitiv ein Job mit Zukunft!
Wo kann ich mich über individuelle Sanierungsmaßnahmen informieren?
Sie können direkt mit dem Bartholomäer Sanierungsmanager, Herrn André Ludwig von der Tilia GmbH, in Kontakt treten und Ihre Fragen stellen. Schreiben Sie einfach eine Mail an Herrn André Ludwig.
Für eine individuelle kostenfreie Beratung kontaktieren Sie gerne die Energie- und Klimaschutzberatung des Ostalbkreises ( www.energiekompetenzostalb.de).
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