Die Kinderbetreuung in Bartholomä geht einen gemeinsamen Weg
07.08.2026
Die Gemeinde Bartholomä sieht sich aufgrund des Rückgangs der angemeldeten Kinderzahlen und der finanziellen Lage der Kommune
veranlasst, auf eine zentrale Lösung für die Kleinkindbetreuung am Standort Marktwiese hinzuarbeiten.
Derzeit bestehen im Ort zwei Kindergärten: „Fantadu“, in der Trägerschaft der Ev. Kirchengemeinde und „Arche
Noah“, in Trägerschaft der Kath. Kirchengemeinde.
Um die Finanzierbarkeit auch in Zukunft sicherzustellen hat die Gemeinde Bartholomä mit den beiden Kirchengemeinden Gespräche
geführt, um kurzfristig das Platzangebot in den Kindergärten dem tatsächlichen Bedarf anzupassen und mittelfristig die Kindergärten
an einem Standort zu bündeln und unter eine Trägerschaft zu stellen.
Die beiden Kirchengemeinden haben sich die Lösungsfindung nicht einfach gemacht, nun jedoch im einvernehmlichen Dialog eine gute
Lösung vorgeschlagen: Während auf die geringeren Anmeldezahlen gleich ab dem kommenden Kindergartenjahr durch eine Reduzierung des
Platzangebots durch eine Kleingruppe reagiert wird, gibt es mittelfristig ab dem Kindergartenjahr 2027/2028 die Bündelung der
Kindergärten an einem Standort im Kindergarten „Fantadu“ an der Marktwiese.
Bürgermeister Thomas Kuhn begrüßt diese einvernehmliche Lösung, die seiner Ansicht nach geboten ist. Dabei lobt er das in den
Kirchengemeinden gegebene ökumenische Verständnis, das er durch dieses Verfahren noch mehr gestärkt sieht.
Für die Trägervertreter, Sandra Kühnhöfer von der Kath. Kirchengemeinde und Karl Busch von der Evang. Kirchengemeinde war die
Lösungsfindung nicht einfach. Letztendlich konnten sich die beiden Kirchengemeinden den wirklichen Belegungszahlen und finanziellen
Tatsachen nicht verschließen und haben, wenn auch schweren Herzens eine Lösung gefunden. Insbesondere die Katholische
Kirchengemeinde hat sich aufgrund der Vorgaben der Gemeinde Bartholomä, die Kindergärten zu bündeln, mit einer Entscheidung
schwergetan, weil damit eine über 100 Jahre bestehende Trägerschaft aufgegeben wird. Der Katholische Kirchengemeinderat hat sich
dennoch für eine gemeinsame, kirchliche Lösung ausgesprochen und wird auf eine eigene Kindergartenträgerschaft ab September 2027
verzichten.
Ab dem Kindergartenjahr 2027/2028 besteht nur ein Kindergarten unter der Trägerschaft der Evangelischen Kirchengemeinde am Standort
„Marktwiese“. Zu dieser erweiterten Trägerschaft erklärt sich die Evangelische Kirchengemeinde bereit. Drei Gruppen
werden dann im Hauptgebäude „Fantadu“ betreut und die Krippengruppe findet Unterkunft im Pfarrsaal, wo diese bereits
vor zwei Jahren eingerichtet gewesen war.
Beide Kirchengemeinden und die Gemeinde Bartholomä sind sich der besonderen Verantwortung dieser Veränderung bewusst. Es geht
weiterhin darum, die hohe Qualität der Betreuung unter Berücksichtigung des Wohls des einzelnen Kindes sicherzustellen, wie auch,
die Interessen und Belange des pädagogischen Personals zu sehen. Die Vertreterinnen und Vertreter beider Kirchen werden in den
kommenden Wochen daher gemeinsam festlegen, dass der Personalübergang gut gelingt und eine zukünftige Kooperation zwischen beiden
Kirchen in der ökumenischen Ausrichtung der Kindergartenarbeit sichergestellt wird. Es geht dabei um pastorale Elemente, die
weiterhin sichtbar sind und gelebt werden. Und auch der Übergang in rund einem Jahr zum Kindergarten Fantadu muss gut vorbereitet
werden, damit durch die Beibehaltung der Bezugspersonen die Eingewöhnung der Kinder reibungslos erfolgen kann.
Die Gemeinde Bartholomä und die Evangelische Kirchengemeinde werden bei diesem Thema weiterhin vertrauensvoll zusammenarbeiten und
in den nächsten Wochen die Fragen der zukünftigen Finanzierung und der Bedarfsplanung durch vertragliche Ergänzungen festlegen.
Bürgermeister Kuhn ist letztlich überzeugt, dass durch die Zusammenfassung der Trägerschaft mehr Synergien in der Personalführung,
der Vertretungsregelung und Organisation genutzt werden können, die Verlässlichkeit der Betreuung gestärkt, überdies der
Verwaltungsaufwand und nebenbei damit auch die Kosten gesenkt werden.