Leuchttürme, Notfalltreffpunkte und Notunterbringung in Bartholomä
Ob längerer Stromausfall, Naturereignis oder andere außergewöhnliche Krisenlagen – die Gemeinde Bartholomä hat umfassende
Vorkehrungen getroffen, um ihre Bürgerinnen und Bürger auch in schwierigen Situationen bestmöglich unterstützen zu können.
Gemeinsam mit der Freiwilligen Feuerwehr, dem Deutschen Roten Kreuz sowie zahlreichen weiteren örtlichen Akteuren wurden
Leuchttürme, Notfalltreffpunkte und eine Notunterbringung geplant und entsprechende Einsatzkonzepte entwickelt. Gemeinde und
Ehrenamt arbeiten also Hand in Hand für die Sicherheit der Bevölkerung.
Was ist eine Stromnotlage?
Unter einer Stromnotlage versteht man einen länger andauernden Ausfall der Stromversorgung. Dabei wird zwischen verschiedenen
Szenarien unterschieden:
- Blackout: Ein großflächiger Zusammenbruch des europäischen Stromnetzes. Die Wiederherstellung der Versorgung kann mehrere
Tage bis Wochen in Anspruch nehmen
- Brownout: Ein regional begrenzter Ausfall der Stromversorgung, beispielsweise in Teilen Süddeutschlands
Da moderne Kommunikations- und Versorgungssysteme in hohem Maße von elektrischer Energie abhängig sind, können bereits wenige
Stunden ohne Strom erhebliche Auswirkungen auf den Alltag und die Sicherheit der Bevölkerung haben.
Umfassende Krisenvorsorge in Bartholomä
Die Gemeinde Bartholomä erfüllt nicht nur die gesetzlichen Vorgaben zur Einrichtung eines Leuchtturms und eines Notfalltreffpunkts,
sondern geht darüber hinaus. Zusätzlich wurde eine Notunterbringung für bis zu 40 Personen vorbereitet, um insbesondere
hilfsbedürftigen Menschen im Krisenfall Schutz und Unterkunft bieten zu können.
Für unterschiedliche Szenarien und Ausfallzeiten wurden gemeinsam von Gemeinde und Feuerwehr abgestufte Einsatzkonzepte entwickelt.
Diese greifen bei Stromausfällen von mehr als vier Stunden, acht Stunden oder 24 Stunden und sorgen dafür, dass die
Handlungsfähigkeit der Gemeinde jederzeit gewährleistet bleibt.
Der Leuchtturm: Hilfe bei akuten Notfällen
Als Leuchtturm dient das Feuerwehrhaus Bartholomä. Es ist im Krisenfall von den Einsatzkräften durchgängig besetzt und stellt
sicher, dass dringende Fälle weiterhin gemeldet und bearbeitet werden können.
Insbesondere wenn die Notrufnummer 112 aufgrund eines Ausfalls der Telekommunikationsinfrastruktur nicht mehr erreichbar ist,
können sich Bürgerinnen und Bürger direkt an den Leuchtturm in der Beckengasse wenden. Dort werden Notrufe entgegengenommen und an
die zuständigen Einsatzkräfte weitergeleitet.
Für eine schnelle Einsatzbereitschaft wurde ein eigener Alarmierungsweg über den Digitalfunk eingerichtet. Im Ernstfall können
dadurch unmittelbar zehn speziell eingeteilte Feuerwehrangehörige alarmiert werden.
Der Notfalltreffpunkt: Information, Wärme und Unterstützung
Der Notfalltreffpunkt der Gemeinde befindet sich im Dorfhaus/Rathaus Bartholomä an der Brunnenfeldstraße. Dieser dient als zentrale
Anlaufstelle für die Bevölkerung und erfüllt mehrere wichtige Aufgaben.
Hier können Bürgerinnen und Bürger:
- aktuelle Informationen zur Lage erhalten
- Hilfeersuchen melden
- Unterstützungsangebote einbringen
- Elektrische Geräte wie Powerbanks oder Akkulampen aufladen
- sowie bei Strom- oder Gasausfällen einen beheizten Aufenthaltsort nutzen
Der Notfalltreffpunkt ist barrierefrei ausgelegt und erfüllt die Vorgabe, mindestens fünf Prozent der Bevölkerung aufnehmen zu
können.
Hilfe am Notfalltreffpunkt
Die Notfalltreffpunkte übernehmen im Krisenfall wichtige Aufgaben für die Bevölkerung:
Kommunikation
Wenn Telefon, Mobilfunk oder Internet ausfallen, können Notfallmeldungen direkt am Treffpunkt abgegeben werden.
Information
Die Bürgerinnen und Bürger erhalten dort aktuelle Informationen über die Lage und mögliche weitere Maßnahmen.
Hilfe organisieren
Menschen, die spontan Unterstützung leisten möchten, können ihre Hilfe anbieten. Diese wird erfasst und koordiniert, sodass
Hilfsangebote gezielt dort eingesetzt werden können, wo sie benötigt werden.
Notunterbringung für betroffene Personen
Für den Fall, dass Wohngebäude aufgrund fehlender Heizung oder anderer Folgen eines längeren Stromausfalls vorübergehend nicht
bewohnbar sind, ist zusätzlich eine Notunterbringung vorbereitet.
Als Unterkunft dient das Schulhaus Bartholomä an der Marktwiese. Dieses verfügt über mehrere kleinere Räume, ausreichende
Sanitäranlagen, eine Ölheizung sowie eine Notstromversorgung. Dadurch können insbesondere Familien, ältere Menschen oder andere
hilfsbedürftige Personen sicher untergebracht werden.
Kommunikation im Krisenfall
Viele Menschen sind sich nicht bewusst, wie stark moderne Kommunikationswege von einer funktionierenden Stromversorgung abhängig
sind.
Bei einem länger andauernden Stromausfall gilt:
- Das Festnetztelefon fällt in der Regel sofort aus
- Mobilfunknetze verfügen meist nur über eine Akkupufferung von wenigen Stunden
- Die Alarmierungsnetze von Feuerwehr und Rettungsdienst funktionieren deutlich länger und können teilweise durch Notstrom
versorgt werden
- Das Digitalfunknetz der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben ist auf einen längeren Betrieb ausgelegt und kann
bei Bedarf durch mobile Stromaggregate unterstützt werden
- Zusätzlich stehen weitere Kommunikationswege wie der Analogfunk oder satellitengestützte Systeme zur Verfügung
Starkes Netzwerk für den Ernstfall
Die Krisenvorsorge der Gemeinde basiert auf einer engen Zusammenarbeit verschiedener örtlicher Akteure. Im Krisenstab arbeiten
neben der Gemeindeverwaltung, dem Bauhof, der Freiwilligen Feuerwehr und dem Deutschen Roten Kreuz auch örtliche Elektriker, Gas-
und Wasserinstallateure, Heizungsbauer, Ärzte sowie medizinisches Fachpersonal zusammen.
Durch klare Zuständigkeiten, festgelegte Abläufe, regelmäßige Besprechungen und praxisnahe Einsatzkonzepte ist Bartholomä auf
mögliche Krisensituationen gut vorbereitet.
Bürgermeister Thomas Kuhn und die Gemeindeverwaltung bedanken sich ausdrücklich bei allen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern,
die durch ihren Einsatz einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit der Bevölkerung leisten. Das Engagement der zahlreichen Beteiligten
zeigt eindrucksvoll, wie wichtig Zusammenhalt, Vorsorge und gegenseitige Unterstützung in herausfordernden Zeiten sind.