Aus Bartholomä

Was gibt Neues aus der Museumsscheune
18.09.2026
Ein Pferdeschlitten aus Heubach - mit bewegender Geschichte - hat den Weg in die Museumsscheune gefunden.
Dieser Schlitten (Bild) stammt aus Heubach vom ehemaligen Bauernhof Ecke Hauptstraße / Alte Steige. Gebaut wurde dieser Schlitten im neunzehnten Jahrhundert und war im Besitz vom „BRAUNBAUERN“ also von Johannes Braun, nachfolgend von dessen Sohn Wilhelm Braun (08.08.1907 – 24.07.1944) der aus dem zweiten Weltkrieg nicht mehr nach Hause gekommen ist.
Mit dem Schlitten wurden die Familien der Herren Johann Gottfried Spießhofer und Michael Braun, die Gründer von Triumph International und dem Firmengründer von SUSA, Herrn Gottfried Schneider chauffiert.
Nachdem Wilhelm Braun gefallen war, stand dessen Frau Sofie mit den kleinen Kindern Erna (später Bühr) und Elfriede (später Grimm) mit dem französischen Kriegsgefangenen „Block“ und den Eltern von Wilhelm Braun alleine auf dem Hof.
Da damals der Soldat mit seinem Pferd in den Krieg ziehen musste wurde die Feldarbeit mit Kühen erledigt. Michael Braun kaufte nach den Kriegsjahren für die Witwe Sofie Braun ein Arbeitspferd, damit die Feldarbeit wieder besser bewältigt werden konnte.
Sofie Braun heiratete dann Karl Beisswenger vom „BAUDERHOF“ in der Paradiesstraße, Heubach. Somit konnte der ursprüngliche Hof vom „Braunbauern“ wieder gut geführt werden. Karl Beißwenger (+1986) war der letzte Bauer der bis Mai/Juni 1978 seinen Hof nahezu ausschließlich mit seinen Pferden bewirtschaftete. Tatkräftig unterstützt wurde er von seinem
Freund Karl Pfeifer, später von dessen Sohn, ebenfalls Karl Pfeifer, welche im Besitz eines Traktors, einem Fendt Dieselross waren, bis die letzte Fuhre Mist dann im Mai 1981 abgefahren wurde.
Der Schlitten wurde nach dem Tod von Wilhelm Braun vergessen und stand viele Jahrzehnte in einer Scheune hinter dem Haus und wurde von den Hühnern teilweise als Legenest benutzt. Das original Pferdegeschirr wurde in einer Truhe auf dem Dachboden verwahrt.
1988 hat dann der Enkel Eberhard Bühr, Sohn von Erna, (man erinnere sich) und Walter Bühr, den Schlitten herausgeholt und begonnen diesen wieder herzurichten, es wurden die Kufen erneuert, frisch gestrichen und das Polster erneuert. Das Pferdegeschirr wurde repariert und gepflegt so, dass es wieder geschmeidig wurde und eigentlich alles wieder einsatzbereit ist.
Leider wurde der Schlitten mangels Pferd nicht mehr eingespannt und steht daher als Erinnerung an den „Braunbauern aus Heubach“ und an gute alte Zeiten nun in der Museumsscheune in Bartholomä!
Text: Eberhard Bühr / Foto: Erwin Ritz
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