Türkei einmal anders - Gut besuchte Veranstaltung des Partnerschaftsvereins Amici di Casola
Mit dem Rucksack zu grandiosen Landschaften und zu spektakulären Zeugnissen untergegangener Kulturen. Der Bartholomäer
Partnerschaftsverein präsentierte eine Bilderschau von den Wolfgang Boffa und Karl Busch über ihre Kulturwanderung auf
den Lykischen Weg. Er zählt mit seinen atemberaubenden Ausblicken, wildromantischen Dörfern und unberührten Landschaften
zu den schönsten Fernwanderwegen der Welt. Traumhafte Küstenstreifen mit kleinen Buchten, antike Stätten auf Schritt und
Tritt, wilde Schluchten sowie malerische Bergdörfer machen den Weg reizvoll. In den durchstreiften Küstenstädten erschien
das Land zwar europäisiert, aber abseits der Städte, in den Dörfern auf dem Hochland, in dem heute noch das
Halb-Nomadentum verbreitet ist, finden sich beharrlich alte Traditionen. Die Ursprünglichkeit der Türkei, mit ihrer
sprichwörtlichen Gastfreundschaft und der ungewohnten Vielfalt versetzte die Zuhörer immer wieder in Erstaunen.
In dem vollbesetzen Dorfhaussaal konnte der Vorsitzende des Partnerschaftsvereins Karl Busch, eine Vielzahl von
interessierten Besucher begrüßen. Er hob hervor; die Intention für die Veranstaltung ist, dass vor genau 10 Jahren sich
Bartholomäer Bürger zusammen gefunden haben, um zu Festigung der Freundschaft mit unserer italienischen Partnergemeinde
etwas Verbindendes zu schaffen und den Partnerschaftsverein gründeten. Er stellte fest, im Rückblick war die Begegnung
zwischen den Menschen die Triebfeder und das Verbindende unserer Partnerschaft.
Überall, ob in Italien, in der Türkei oder anderswo auf der Welt, wo Menschen sich mit Vertrauen und Wertschätzung
begegnen, entwickelt sich ein gegenseitiges Verständnis friedliches Miteinander über die Grenzen hinweg.
„Reisen veredelt den Geist und räumt mit unseren Vorurteilen auf.“
Das Zitat von Oscar Wilde, war für die beiden Bartholomäer Wanderer, den Globetrotter Wolfgang Boffa und den
Neuruheständler Karl Busch, der Beweggrund für die Wander- und Kulturreise nach Anatolien in dem asiatischen Teil der
Türkei.
In einem erfrischenden und kurzweiligen Vortrag präsentierten die beiden Freunde die Highlights der Reise. Eingebettet
in eine traumhafte Landschaft gab es einiges zu entdecken in Lykien. Der Weg folgt oftmals den früheren Verbindungen
zwischen den Dörfern, die einige Tagesmärsche von einander entfernt sind. So waren meist einfache Unterkünfte oder der
Bivacksack die einzige Übernachtungsalternative.
Auf Schritt und Tritt stießen die Bartholomäer auf Überreste aus lykischer Zeit und ihrer zweitausendjährigen Geschichte.
Davon zeugen heute noch imposante Ruinenstädte wie Phaselis, Olympos, Xanthos, Letoon.
„Nur wo du zu Fuß warst, bist du auch wirklich gewesen.“
Im Frühjahr letzten Jahres machten sich die Bartholomäer auf, um frei nach Goethe auf Schuster Rappen in der Türkei Land
und Leute kennen zu lernen und die persönliche Herausforderung auf dem 509 km langen Weg durch Lykien, der Halbinsel
zwischen Fethiye und Antalya, zu suchen. Antalya, mit seinem Weltstadt-Flair, war der Ausgangspunkt und Endpunkt für Weg.
Das Wandern der beiden auf dem Lykischen Weg war eine Reise durch abgelegene Ortschaften, in denen die Zeit stehen
geblieben ist, zu Pinien- und Zedernwäldern und in Buchten, die nur zu Fuß oder mit dem Boot zu erreichen sind. Der
starke Gegensatz zwischen den modernen Küstenstädten und dem Leben auf dem Land, machten den Pfad entlang der
Mittelmeerküste und durch das Hochland des Taurus Gebirges zu einem einzigartigen Erlebnis.
Der Weg folgte meist schmalen Hirtenpfaden in einem ständigen auf und ab zwischen den hügeligen Küstenstreifen, den
Tälern, Schluchten und Buchten. Die Tagesetappen lagen bei je nach Geländeanforderungen bei 15 und 30 km und meist bei
7-10 Stunden Gehzeit. Insgesamt hatten die Bartholomäer ca. 16.000 Höhenmeter in 21 Tagesetappen zu überwinden.
Insbesondere die Gebirgsregionen stellten mit teilweise 20 km und 1.500 Höhenmetern pro Tag eine besonders schwierige
und schweißtreibende Herausforderung dar. Durch die notwendigen Wasser- und Proviantvorräte sowie Schlaf und Bivacksack
hatten sie hier 16 bis 18 Kilogramm auf dem Rücken. Trotz aller Herausforderung, Entbehrungen waren sich die beiden
einig: Es waren wunderschöne Tage ohne Stress in unvergesslicher, vielfältiger Landschaft, mit liebenswerten Leuten und
einer schönen Gemeinschaft und einen Weg als Ziel.
Die 2. Vorsitzende des Partnerschaftsvereins Claudia Moser, dankte den beiden Globetrottern für unterhaltsame, lockere
und abwechslungsreiche Bilderschau, und verwies auf den vom Verein betrieben Spendenfond „Miteinander Füreinander
in Europa“ für den anstelle von Eintrittsgeldern gespendet werden konnte.
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