Dante Alighieri: Die göttliche Komödie
Wie jedes Jahr im Herbst traf sich ein kleiner Kreis von Liebhabern italienischer Literatur in der Dorfbücherei Bartholomä. Der Partnerschaftsverein Amici di Casola hatte zu einer Lesung eingeladen, die zusammen mit der Volkshochschule und dem Team der Gemeindebücherei organisiert wurde.
Angelika Huber-Sommer las aus „Die göttliche Komödie“ von Dante Aligheri, einem Klassiker der Weltliteratur. In der Karwoche des Jahres 1300 erlebt der Dichter eine große Vision, in einer schwindelerregenden Jenseitsreise durchschreitet er die Hölle begleitet von dem römischen Dichter Vergil.
Frau Huber-Sommer wählte aus den 100 Gesängen treffsicher bildreiche Passagen aus, bei denen Dante auf bedeutende historische Persönlichkeiten aus Politik, Mythologie und christlicher Religion traf. Er hat sich die Architektur des Jenseits mit seinen 27 Stufen trichter- und terrassenförmig vorgestellt, um seinen unausweichlichen Sog zu illustrieren. Die Zuhörer konnten sich auf bereit gelegten Illustrationen orientieren und in Kreisen vorbei an Schlemmern, Heuchlern, Bestechlichen und Dieben, Verrätern und Mördern bis zum Fußes des Läuterungsberges gelangen. Frau Huber-Sommer zog mit der eigenwilligen Sprache Dantes und den grausigen Bildern die Zuhörerschaft in ihren Bann.
Erstaunt stellten sich die Zuhörer die Frage, warum dieses Meisterwerk Komödie genannt wird. Entstanden in der Karwoche des Jahres 1300 folgen auf den Weg durch die Hölle die Läuterung im Fegefeuer und das Erreichen des Paradieses.
Im Namen des Partnerschaftsverein Bartholomä dankte die stellvertretende Vorsitzende Claudia Moser den Organisatoren und vor allem Frau Angelika Huber-Sommer für den Vortrag und die brilliante Auswahl des Textes. Mit sicherer Hand wählte die Lektorin für die diesjährige Lesung ein Werk des in der Region Florenz geborenen, von dort vertriebenen und schließlich in Ravenna gestorbenen Dichters. Sein Werk, in aller Welt als ein Muss für Humanisten betrachtet, ist aus diesem Grunde in der Region um Bartholomäs Partnergemeinde Casola Valsenio äußerst geachtet. In diesem Zusammenhang erinnerte Claudia Moser an eine Wanderung in den Wäldern vor Florenz, bei der Casolas ehemaliger Bürgermeister Giorgio Sagrini auf einer Waldlichtung aus der göttlichen Komödie rezitierte. Die Sage sagt, dass sich Dante auf diese Waldlichtung verirrte und dort den Vorhof der Hölle betrat. Frau Moser überreichte der Bücherei ein Exemplar des vorgestellten Buches. Bei italienischen antipasti und mit angeregten Gesprächen klang der Literaturabend aus.