Casola Valsenio – Partnerschaftsverein "Amici di Casola"

Italienischer Literaturabend in Bartholomä
21.10.2019
Huber-Sommer liest aus Arminuta

Der Partnerschaftsverein Bartholomä lud zu seiner jährlichen Lesung italienischer Literatur in die Gemeindebücherei ein. Die Vorsitzende des Partnerschaftsvereins Bettina Ritz begrüßte im Namen der Amici di Casola, der Volkshochschule und des Büchereiteams die Gäste dieses gerne besuchten Kulturabends.
Frau Angelika Huber-Sommer las aus Arminuta von Donatella Di Pietrantonio, einer bekannten Schriftstellerin. Donatella Di Pietrantonio wurde in den Abruzzen geboren und lebt heute in der Nähe von Pescara. Ihre Romane Meine Mutter ist ein Fluss und Bella mia wurden mit mehreren Literaturpreisen ausgezeichnet. Mit ihrem neuen, in zahlreiche Länder verkauften Buch ist ihr der internationale Durchbruch gelungen.
Die Handlung spielt im Jahre 1975 und sie erzählt von einem Schicksal, das früher häufiger vorkam: Eine arme Familie hat viele Kinder und weiß nicht, wie es sie durchbringen soll. Schon wieder schwanger wird die Mutter von ihrer kinderlosen Kusine beschwatzt, ihr ein Kind abzugeben. Doch nun, dreizehn Jahre später, wird das Mädchen zurückgebracht: Arminuta, die Zurückgekommene, so der Titel. Dem Mädchen ist mit einem Mal der Boden unter den Füßen entzogen. Von einem Tag auf den anderen hat sie keine Mutter, keine Familie, kein Heim mehr – und gleichzeitig zwei Mütter, zwei Familien, zwei Heime: »Mit zwei lebenden Müttern wurde ich zum Waisenkind.«
Mit großem Fingerspitzengefühl wählte Angelika Huber-Sommer die Passagen aus, die in einfacher Sprache von emotional tiefgehenden persönlichen Katastrophen sprechen. Da sind die zwei Mütter, die beide Arminuta hergeben müssen, als sechsmonatiger Säugling und dreizehn Jahre später als pubertierendes Mädchen. Da ist Arminuta, die ungefragt damit zurechtkommen muss, entwurzelt und verwirrt. "Arminuta" erzählt in berührender Schönheit und Klarheit von einer Praxis, die nicht nur in den armen Gegenden Italiens bis weit ins zwanzigste Jahrhundert üblich war, ein Neugeborenes im Verwandtenkreis abzugeben, wenn man es selbst nicht würde großziehen können.
Selten lauschten die Zuhörer so gespannt der Stimme von Angelika Huber-Sommer. Wie werden die Mütter und das Mädchen mit der Situation fertig, wird Arminuta die Beweggründe ihrer "Dorfmutter" und ihrer "Stadtmutter" je erfahren?
Die stellvertretende Vorsitzende Claudia Moser dankte Frau Huber-Sommer für die Auswahl und den Vortrag dieses literarischen Leckerbissens, sie betonte, dass durch die Lesungen viele Bartholomäer Bürger Zugang zu italienischer Literatur bekommen und die deutsch-italienische Freundschaft weiter belebt wird. Claudia Moser übergab eine Ausgabe des Buches an das Büchereiteam und betonte, dass durch die Spenden die Dorfbücherei unterstützt wird.
Bei gutem italienischem vino, delikaten antipasti sprach man noch lange über das Buch und seinen bewegenden Inhalt.







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