
Gemeindepartnerschaft zwischen Bartholomä und Casola Valsenio
Mehr als nur Sonne, Meer, Strand, italienische Pizza und Pasta. Eine Gemeindepartnerschaft mit Casola Valsenio in Italien lohnt
sich. Diese Meinung teilten alle der insgesamt 52 Teilnehmer der diesjährigen Fahrt in die Partnergemeinde Bartholomäs, als sie
vergangenen Donnerstag früh morgens voller Vorfreude aufbrachen.
Anlass der Reise war das alle zwei Jahre in Casola stattfindende Sommeranfangsfest „Festa di inizio estate“, bei
welchem eine Gruppe aus Bartholomä natürlich nicht fehlen darf.
Im Jahr 2002 wurde diese Partnerschaft zwischen Bartholomä und Casola Valsenio, einer kleine Gemeinde in der Region Emilia-Romagna
in Italien, ins Leben gerufen. Um die Freundschaft und den Kontakt stets aufrecht zu erhalten, intensiv zu pflegen und mit Leben zu
erfüllen, gründeten sich drei Jahre später, im Jahr 2005 in beiden Dörfern jeweils ein Partnerschaftsverein.
Neben vielen weiteren Tätigkeiten kümmert sich der Partnerschaftsverein Bartholomä „Amici di Casola“ auch um die
Organisation und teilweise Finanzierung der Fahrten nach Casola.
Den Vorstand des Partnerschaftsvereins übernimmt Bettina Ritz seit diesem Jahr: „Nach und nach ergreifen die Frauen die
Macht.“, meint die neue Vorsitzende. Denn auch in Casola Valsenio kam es in diesem Jahr zu einem Wechsel des Vorstands im
Partnerschaftsverein „Comitato di gemellaggio“. Aufgrund seiner Kandidatur zum Bürgermeister, übergab Giorgio Sagrini,
Mitgründer dieser Partnerschaft den Posten des Vorsitzenden an Sonia Galliani.
Als die Reisegruppe nach einer fast 12-stündigen Fahrt mit dem Bus in Casola ankam, ging es nach kurzem Beziehen der Hotelzimmer
direkt im Anschluss auf das Sommeranfangsfest. Dort erwarteten die Gäste leckere Gerichte aus deutscher und italienischer Küche.
Diese wurden von den beiden Partnerschaftsvereinen organisiert und von freiwilligen Helfern aus Bartholomä und Casola zubereitet.
Das deutsche Essen, wie Leberkäse und Kartoffelsalat kommt bei den Casolanern sehr gut an, genauso wie die italienischen Gerichte
Pizza und Pasta bei den Bartholomäern allseits beliebt sind. Bettina Ritz bezeichnete dies als „Europa im Kleinen“,
denn für viele sind die Gerichte aus dem jeweils anderen Land nicht mehr von der Speisekarte wegzudenken.
Gestärkt von dem ausgiebigen Abendessen, stand am nächsten Tag ein Ausflug nach Comacchio, eine Gemeinde, die aufgrund ihrer vielen
Kanäle mit kleinen Brücken oft mit Venedig verglichen wird, auf dem Programm. Anschließend verbrachte die Gruppe den Nachmittag bei
viel Sonnenschein am Meer im Badeort Porto Garibaldi. Zurück in Casola ließen sie den Tag erneut auf dem Sommeranfangsfest bei
leckerem Essen und guter Livemusik ausklingen.
Am Samstag wanderten die Teilnehmer der Reise auf den Monte Battaglia. Dort erhielten sie eine Führung von dem aus Casola
stammenden Journalist und Historiker Beppe Sangiorgi. Dieser erzählte der Gruppe viel von der Geschichte des Berges. Übersetzt
heißt Monte Battaglia „Schlachtenberg“. Der Grund für diese Namensgebung sind die vielen Schlachten, die in den letzten
Jahrhunderten an diesem Ort ausgetragen wurden. Zur Erinnerung an die vielen Opfer dieser grausamen Schlachten, vor allem derer im
Zweiten Weltkrieg findet sich heute auf dem Berg ein Monument, das dem Frieden und des Gedenkens gewidmet ist.
Nach der anstrengenden Wanderung auf den Berg wurden anschließend alle mit leckerer Pizza im Freibad in Casola belohnt. Der
restliche Nachmittag stand dann zur freien Verfügung, wobei dies die meisten aufgrund der großen Hitze für eine Abkühlung im Pool
nutzten.
Am letzten Abend trafen sich wieder alle im Festzelt. Gestaltet wurde die Feier neben Livemusik von einigen Ansprachen und
Danksagungen der beiden Bürgermeister und den Vorsitzenden der Partnerschaftsvereine. Zu Beginn gratulierte Bürgermeister Thomas
Kuhn aus Bartholomä Giorgio Sagrini zur Überraschung aller auf Italienisch zu dessen jüngster Wahl zum Bürgermeister und zollte den
beiden Partnerschaftsvereinen großen Respekt für ihre Arbeit. Anschließend bedankte sich Sonia Galliani bei allen Vereinen und
freiwilligen Helfern für das Organisieren und fleißige Mithelfen. Ohne diese wäre das Fest nicht möglich gewesen. Nachdem Bettina
Ritz alles auf Deutsch übersetzt hatte, ergriff sie selbst das Wort und betonte, wie wichtig die Zusammenarbeit zwischen den beiden
Gemeinden sei. Denn hier beginne Europa, in den friedlichen und toleranten Begegnungen kleiner Gemeinden.
Somit geht der Wert einer solchen Partnerschaft über gutes Essen, Sonnenschein und Meer weit hinaus. Es bilden sich Freundschaften,
die sich von sprachlichen Barrieren oder kulturellen Unterschieden nicht behindern lassen, sondern dadurch gestärkt werden. Diese
internationalen Begegnungen legen den Grundbaustein zu einem friedlichen Zusammenleben in Europa.
siehe auch Fahrt zum Sommeranfangsfest nach Casola Valsenio vom 13.-16. Juni 2019